- Routiniers Charlotte Becker und Leif Lampater siegreich –

Bei den Deutschen Meisterschaften im Omnium in Frankfurt/Oder zeigten sich die Routiniers in Bestform und ließen dem nachdrängenden Nachwuchs keine Siegchance. Ganz überlegen präsentierte sich vor allem die 34-jährige Charlotte Becker, die im überschaubaren Starterfeld der Frauen mit Routine und Cleverness alle Konkurrentinnen in Schach halten konnte. Gleich zu Beginn siegte sie im Scratchrennen über 7,5 km, dominierte auch die 30 Temporunden und das Ausscheidungsfahren, um im abschließenden Punktefahren über 80 Runden mit drei Wertungssiegen und einem Rundengewinn nichts mehr anbrennen zu lassen. Die Berlinerin vom Team Hitec Products, für das sie auch im nächsten Jahr an den Start gehen wird, siegte mit 161 Punkten überlegen vor Franziska Brauße vom RSV Öschelbronn mit 137 Punkten und Tatjana Paller vom RSV Unna, die 122 Punkte am Ende auf ihrem Konto hatte. Diese drei hatten gemeinsam mit dem großen Talent Lea Lin Teutenberg vom FC Lexxi Speedbike, die mit dem sechsten Platz bei den Frauen einen passablen Einstand feierte, einen Rundengewinn erzielt.

„Ich bin einfach happy über diesen Erfolg und kann die durchaus zufriedenstellende Saison mit einem guten Ergebnis abschließen“, gab die sympathische Charlotte Becker zu Protokoll, die ihre sogenannte Angstdisziplin Ausscheidungsfahren taktisch hervorragend mit gutem Auge ausgestattet absolvierte. Mit ihrer im Laufe der Zeit erworbenen Cleverness drückte sie auch allen anderen Disziplinen des Omniums ihren Stempel auf. Auch die junge Lea Lin Teutenberg zeigte sich zufrieden mit ihrer Leistung, auch wenn ein Defekt bei den Temporunden den möglichen vierten Platz im Gesamtergebnis verhinderte. Hier wächst ein Talent heran, von dem wir in der Zukunft sicherlich noch eine Menge hören werden, zumal sie für die nächste Saison im Frauen-Profiteam WNT Pro Cycling an den Start gehen wird.

Mit dem fast 35-jährigen Leif Lampater vom zahlenmäßig stark vertretenen rad-net ROSE Team triumphierte bei den Männern ebenfalls ein Routinier, der sich rechtzeitig vor den kommenden Sixdays in Bremen und Berlin in eine glänzende Form gefahren hat. In zwei Qualifikationsläufen mussten sich jeweils 12 Fahrer für den Omniumwettbewerb durchsetzen und als Dritter des ersten Vorlaufs hinter Sebastian Schmiedel vom Berliner TSC und Leon Rohde vom Development Team Sunweb war das für Leif Lampater kein Problem. Seine Teamkameraden Theo Reinhardt und Kersten Thiele feierten im zweiten Vorlauf einen Doppelsieg vor Nico Heßlich vom RSC Cottbus und bereits hier zeigte der Berliner vom LKT Team Brandenburg Moritz Malcharek als Vierter eine Topleistung.

Das Scratchrennen über 10 km gewann dann Kersten Thiele vor dem Berliner Maximilian Beyer vom RSV Irschenberg, Theo Reinhardt und Moritz Malcharek, während Leif Lampater hinter Roger Kluge von ORICA-Scott den sechsten Platz belegte. Die 40 Temporunden beherrschte Leif Lampater vor Kersten Thiele und Moritz Malcharek, um danach Vierter im Ausscheidungsfahren zu werden, das Theo Reinhardt gewann. Mit zwei Punkten Vorsprung vor Maximilian Beyer ging der Routinier in das abschließende Punktefahren über 100 Runden, wo er gemeinsam mit Roger Kluge, Leon Rohde und Henning Bommel vom RK Endspurt Cottbus einen Rundengewinn vollzog und mit zusätzlich erspurteten 16 Punkten am Ende die Nase mit 140 Punkten vorn hatte. Für Maximilian Beyer reichten 128 Punkte zu Platz zwei vor Roger Kluge, der 121 Punkte auf seinem Konto hatte. Letzterer ließ seine Klasse immer mal wieder aufblitzen und bestätigte ebenfalls seine sich stetig verbessernde Form im Hinblick auf die anstehenden Aufgaben bei den Sechstagerennen in Rotterdam und Berlin. 

Aus Berliner Sicht war auch der sechste Platz von Moritz Malcharek sehr erfreulich, dagegen blieb der junge Sebastian Schmiedel mit Platz 13 hinter seinen eigenen Erwartungen zurück. Er hatte sich nach zuletzt guten Leistungen einen Platz in der Nähe der Top Five vorgenommen, konnte aber trotz des guten Beginns die Leistung nicht bis zum Schluß konservieren. Aber er sollte sich nicht grämen, hat er doch eine hoffnungsvolle Zukunft noch vor sich.

Berlins Junioren zogen sich prächtig aus der Affäre

Bei den Junioren gab es einen überlegenen Sieg des für den RSC Cottbus startenden Berliners Juri Hollmann, der nach seinem Sieg im zweiten Qualifikationslauf, den ersten hatte Calvin Dik vom RSV Werner Otto gewonnen, als Zweiter im Scratchrennen hinter Jannis Peter vom SSV Gera ins Ziel kam und diesen Platz auch bei den Temporunden hinter Nils Weispfennig vom RSV Edelweiß Oberhausen belegte. Mit dem Sieg im Ausscheidungsfahren vor Leon Heinschke vom Frankfurter RC 90 übernahm Juri Hollmann vor dem Punktefahren die Führung vor Nils Weispfennig, der nur vier Punkte zurücklag, aber über die 80 Runden, in denen kein Rundengewinn erzielt werden konnte, den Spurtqualitäten des Juri Hollmann nicht gewachsen war. Der Berliner gewann allein vier der acht Wertungen und sicherte sich mit 141 Punkten den Titel vor Nils Weispfennig mit 120 Punkten und Leon Heinschke mit 111 Punkten. Ganz hervorragend schlug sich der Berliner Elias Richter vom Marzahner RC 94 mit dem 5. Platz und dabei stürzte er noch beim Punktefahren, so dass er einen möglichen Podiumsplatz verpasste. Nach einer zuletzt krankheitsbedingten eher schwächeren Phase hat sich das große Talent hier in Frankfurt/Oder von seiner besten Seite gezeigt, so dass beim Berliner Sechstagerennen der Klasse U 19 an der Seite von Calvin Dik (?!) einiges zu erwarten ist. Der junge Mann vom RSV Werner Otto enttäuschte mit Platz 8 bei dieser Meisterschaft nicht, jedoch hatte er selbst mehr erwartet. Eine leichte Erkältung im Vorfeld, ein harter Lehrgang an gleicher Stelle unmittelbar  nach den Berliner Omnium-Meisterschaften, all das ist von einem jungen Mann nicht so ohne weiteres zu verkraften. Hinzu kam bei den Temporunden eine Unaufmerksamkeit, die fast zu einem Sturz geführt hätte, so dass Calvin Dik letztendlich zufrieden sein kann mit seiner Leistung.

Insgesamt 19 junge Damen bestritten das Omnium der Juniorinnen und mit Eleonora Schütz von der NRVg. Luisenstadt und Lotta Schoenemeyer vom RSV Werner Otto waren auch zwei Berlinerinnen dabei. Der Titel ging an Franziska Koch vom RSV Unna mit 127 Punkten vor der stark fahrenden Jasmin Cunert vom RK Endspurt Cottbus mit 116 Punkten und Eva Barthelmes vom RV Union Nürnberg mit 114 Punkten. Für Eleonora Schütz reichte es am Ende zu Platz 8, nachdem sie einen sehr guten 4. Platz im Ausscheidungsfahren erzielt hatte, während Lotta Schoenemeyer mit Platz 15 in der Gesamtwertung vorliebnehmen musste.

Frankfurter Kreisel als Rahmenprogramm

Die Omniumwettbewerbe wurden durch ein Rahmenprogramm, dem sogenannten 10. Frankfurter Kreisel, erweitert, wobei neben Dernyrennen für Junioren und Elite auch Sprintwettbewerbe für Frauen und Männer ausgefahren wurden. In zwei Dernyläufen siegte bei den Junioren Jakob Geßner vom RSC Turbine Erfurt und Roger Kluge vor Theo Reinhardt bei der Elite, während im Keirin der  Frauen ebenso wie im Sprint Kristina Vogel gegen Pauline Sophie Grabosch (beide Team Erdgas 2012) und Emma Hinze vom Track Team Brandenburg siegreich war. Maximilian Levy vom Team Erdgas 2012 verlor überraschend das Sprintfinale gegen Carl Hinze vom Schweriner Sport Club, um sich dann im Keirin-Finale schadlos zu halten.

Bernd Mülle           

 

   

 

 

 

    

- Maurice Ballerstedt und Patrick Dietze auf Platz 4 und 5 –

Nur wenige Berliner Nachwuchsfahrer fanden den Weg nach Köln, um an den Deutschen Meisterschaften im Omnium teilzunehmen. Insgesamt sechs Akteure waren es, die in den zwei Altersklassen Schüler/Schülerinnen U 15 sowie weibliche und männliche Jugend an den Start gingen. So starteten die Geschwister Fabienne und Elena Jährig vom SC Berlin bei den Schülerinnen U 15, ihre Vereinskameraden Bruno Essinger und Tim Schulz bei den Schülern U 15, während bei der männlichen Jugend mit Maurice Ballerstedt ein weiterer Fahrer des SC Berlin dabei war, der hier gemeinsam mit Patrick Dietze vom Radteam Cöpenick zu den 40 Fahrern zählte, die sich für das Omnium mit maximal 24 Startern in zwei als Punktefahren ausgetragenen Vorläufen erst noch qualifizieren mussten. Bei der weiblichen Jugend waren dagegen keine Starterinnen aus unserem Landesverband vertreten.

Im ersten Vorlauf der Jugend erreichte Patrick Dietze, der gemeinsam mit vier weiteren Fahrern einen Rundengewinn erzielt hatte, den 5. Platz, womit er sich problemlos für das Omnium qualifiziert hatte. Der zweite Vorlauf wurde eine Beute von Maurice Ballerstedt, der so starke Fahrer wie Luca Rohde von der RG Hamburg und Theo Zetzsche vom RC Luckau auf die weiteren Plätze verwies. Hier gab es keine Rundengewinne und erst die letzten beiden Spurts von insgesamt acht entschieden das Rennen zu Gunsten des Berliners, der durch die doppelt zählende Schlusswertung noch auf Platz 1 fuhr.

Dann war das Scratchrennen als Auftakt des Omnium-Wettbewerbs an der Reihe, das von Henri Uhlig vom RSC Kelheim vor Laurin Drescher vom ESV Lok Zwickau und Patrick Dietze gewonnen wurde, wobei Maurice Ballerstedt auf Platz 7 landete. Die Temporunden sah Tom Lindner vom ESV Lok Zwickau vorn, der Leslie Lührs vom RSV Irschenberg und Luca Rohde hinter sich ließ und auch hier belegte Maurice Ballerstedt den siebten Rang, während Patrick Dietze mit Platz 12 etwas an Boden einbüßte. Im folgenden Ausscheidungsfahren bot er aber eine Klasseleistung als Zweiter hinter Luca Rohde und auch Maurice Ballerstedt auf Platz 5 konnte durchaus überzeugen. Das abschließende Punktefahren musste die Entscheidung bringen und im Zwischenergebnis vor dem Finale lag Patrick Dietze auf einem ausgezeichneten dritten Platz, während Maurice Ballerstedt mit Rang 5 ebenfalls noch aussichtsreich im Rennen lag.

Gegen einen überragenden Luca Rohde hatten dann aber die beiden Berliner keine Chance, auch wenn sie sich erneut hervorragend aus der Affäre zogen. Im Finale ohne Rundengewinne erspurtete sich der Hamburger 22 Punkte und siegte am Ende mit 128 Punkten vor Laurin Drescher mit 101 Punkte und Henrik Josten vom RSC Dorsten mit 97 Punkten, der mit nur einem Punkt Vorsprung Maurice Ballerstedt auf den undankbaren vierten Platz verwies. Der Fahrer des SC Berlin konnte seinerseits Patrick Dietze hinter sich lassen, der mit 94 Punkten  Platz fünf belegte und das tolle Ergebnis der Berliner vervollständigte.

Bei den Schülern U 15 hatten es Bruno Essinger und Tim Schulz sehr schwer, schafften aber immerhin unter 31 Startern die Qualifikation der 24 Besten für das Omnium. Im ersten Vorlauf wurde Tim Schulz Neunter und Bruno Essinger errang im zweiten Vorlauf als Zwölfter gerade noch den Sprung in den sechsteiligen Wettbewerb, der aus Scratch, Einerverfolgung, Ausscheidungsfahren, 500 m Zeitfahren, 100 m fliegend und dem Punktefahren bestand. Unmittelbar vorhergehende Krankheiten und dazu noch eine Klassenfahrt von Tim Schulz waren alles andere als eine gute Vorbereitung für die Deutsche Meisterschaft, bei der beide Fahrer chancenlos blieben. „Dazu fehlten im Vorfeld auch Vergleiche mit der Konkurrenz, so dass eine realistische Einschätzung der Leistungen kaum möglich war“, äußerte sich Michael Bräunig, seit Jahren im Trainerteam des SC Berlin tätig. Am Ende blieben für Tim Schulz und Bruno Essinger nur die Plätze 22 und 23 übrig, wobei ein 10. Platz von Bruno Essinger im Ausscheidungsfahren noch die mit Abstand beste Einzelleistung darstellte. Für den als äußerst talentiert geltenden Tim Schulz, der erst 2016 mit dem Radsport begonnen hat und dem ein Jahr länger aktiven Bruno Essinger waren diese Deutschen Meisterschaften auf der Bahn der erste nationale Vergleich, auf dem sich aufbauen lassen sollte. Im Gesamtergebnis siegte Benet Metz von der RG Hamburg mit 135 Punkten vor Philip Straßer vom RV Sport Queidersbach mit 118 Punkten, der mit einem Punkt Vorsprung Benjamin Boos vom RSV Ellmendingen auf den dritten Platz verwies. Der neue Deutsche Meister Benet Metz hatte bis auf die Einerverfolgung alle anderen Disziplinen für sich entschieden.

Für die beiden Schülerinnen Fabienne und Elena Jährig hingen die Trauben ebenfalls sehr hoch, was durchaus auch zu erwarten war. Beide sind erst seit diesem Jahr beim SC Berlin  und fahren damit jeweils ihre erste Saison. Talentiert sind sie zweifellos und so war der Start bei diesen Meisterschaften ein erster Schritt in die richtige Richtung. Im Gesamtergebnis erreichte Fabienne Jährig den 16. Platz und auch der 19. Platz von Elena Jährig unter den 23 Teilnehmerinnen konnte letztlich zufriedenstellen. Sie war es auch, die das beste Einzelergebnis im Ausscheidungsfahren mit einem fünften Platz erzielte. Neue Deutsche Meisterin wurde mit 122 Punkten Carolina Fuchs vom RSV Irschenberg ganz knapp vor Carolin Hartmann vom RC Kleinmachnow mit 121 Punkten und Stephanie Bräunlich vom SSV Gera mit 111 Punkten.

Der guten Ordnung halber sei noch die überragende Alessa-Catriona Pröpster von der RSG Zollern Alb erwähnt, die im Wettbewerb der weiblichen Jugend ohne Berliner Beteiligung überlegen Deutsche Meisterin wurde. Nach dem Sieg im Scratch und im Ausscheidungs-fahren verteidigte sie ihre Führung im abschließenden Punktefahren und distanzierte mit 125 Punkten Hanna Dopjans vom RSV Irschenberg mit 117 Punkten und Friederike Stern vom RV Elxleben mit 113 Punkten auf die Plätze zwei und drei.

 

Bernd Mülle      

Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Albert_Richter_velodrome.jpg?uselang=de#filelinks

 

 

 

       

 

 

 

 

 

 

 

 

Berliner Maximilian Beyer holt Omniumtitel

- Sensationeller Nico Heßlich erst im Schlussspurt besiegt –

War das am Samstag ein Finale der Männer bei den Deutschen Omniummeisterschaften in Frankfurt/Oder! Selten zuvor gab es in den vergangenen Jahren ein derart knappes Ergebnis um den Titel des Omniummeisters wie in diesem Jahr. Der Wettbewerb, der seit kurzem nur noch aus den vier Disziplinen Scratch, Temporunden, Ausscheidungsfahren und Punktefahren besteht, sah bei den Männern nicht weniger als 32 Fahrer am Start, so dass zwei Vorläufe als Punktefahren zur Qualifikation für die Omniummeisterschaft absolviert werden mussten. Im ersten Lauf gab es einen dreifachen Berliner Sieg durch Maximilian Beyer vom rad-net ROSE Team vor Moritz Malcharek vom RSV Werner Otto und Theo Reinhardt vom rad-net ROSE Team, während im zweiten Lauf mit Henning Bommel ein weiterer Fahrer vom rad-net ROSE Team die Nase vorn hatte. Auf einen Start verzichtet hatte Hans Pirius von der RSG Hürth, so dass aus beiden Läufen jeweils vier Fahrer sich nicht für das Omnium qualifizieren konnten, darunter überraschend auch das große Talent Max Kanter vom LKT Team Brandenburg.

Der Wettbewerb mit 24 Akteuren begann mit dem Scratchrennen über 10 km (40 Runden) und bereits hier trumpfte Maximilian Beyer vor seinem Teamkameraden Lucas Liss auf, der den stark fahrenden Nico Heßlich vom RSC Cottbus auf den dritten Platz verwies. Bei den folgenden Temporunden war dann Nico Heßlich von seinem jungen Vereinskameraden Richard Banusch und Luca Felix Happke vom RSV Unna nicht zu schlagen. Hier schlugen sich die Berliner Sebastian Schmiedel vom TSC auf Platz 5 und Sebastian Wotschke vom LKT Team Brandenburg auf Platz 7 ausgezeichnet, während Maximilian Beyer mit Platz 13 vorliebnehmen musste. Beim Ausscheidungsfahren war erneut Maximilian Beyer der Sieger, der Marcel Franz vom LKT Team Brandenburg und Routinier Leif Lampater vom rad-net ROSE Team hinter sich ließ, so dass vor dem entscheidenden Punktefahren Nico Heßlich die Zwischenwertung mit 108 Punkten vor Maximilian Beyer mit 96 Punkten und Leif Lampater mit 94 Punkten anführte.

Der letzte Wettbewerb über 25 km (100 Runden) wurde dann zum Knaller des Abends mit etlichen Rundengewinnen, die jeweils mit 20 Punkten honoriert wurden. Darüber hinaus gab es 10 Wertungen, die heiß umkämpft waren und am Ende für eine äußerst knappe Entscheidung sorgten. Während Moritz Augenstein vom RSV Ellmendingen, Jasper Frahm vom LKT Team Brandenburg, sein Teamkamerad Leon Rohde, Moritz Malcharek, Lucas Liss und Marcel Franz je eine Runde gewannen, schafften Sebastian Wotschke, Theo Reinhardt, Roger Kluge von IAM Cycling, Leif Lampater, Nico Heßlich und Maximilian Beyer jeweils zwei Rundengewinne, so dass sich die Entscheidung zum Zweikampf zwischen Maximilian Beyer und Nico Heßlich zuspitzte. Der Berliner gewann vier Wertungen, darunter die doppelt zählende Schlusswertung mit 10 Punkten, so dass er mit dem letzten Spurt den mit drei Punkten führenden Nico Heßlich, der als Zweiter 6 Punkte bekam, noch vom Thron stieß. Am Ende standen 167 Punkte gegenüber 166 Punkte zu Buche und Maximilian Beyer ließ sich glückstrahlend als neuer Omniummeister feiern. Hinter Leif Lampater reichte es für Vorjahressieger Roger Kluge nur zum undankbaren vierten Platz, aber der Modellathlet hat bekanntlich eine lange, erfolgreiche Saison hinter sich, die Spuren hinterlassen hat.

Noch ein Wort zu der nahezu sensationellen Leistung des Nico Heßlich: allein gegen die Teams rad-net ROSE und LKT Brandenburg hatte er es äußerst schwer, doch zeigte er mit Herz, Kampfgeist und Übersicht ein tolles Rennen und empfahl sich dabei für einen Start beim Berliner Sechstagerennen, dessen Veranstalter hoffentlich noch einen Startplatz für ihn übrig hat.

Bei den Frauen war die Starterliste mit 13 Teilnehmerinnen etwas übersichtlicher und als Favoritin galt die Vorjahrssiegerin Anna Knauer vom Team Parkhotel Valkenburg. Sie gewann auch gleich das Scratchrennen über 7,5 km vor Tatjana Paller von der Equipe Velo Oberland, die wiederum die Temporunden vor Laura Süßemilch vom RSC Biberach und Anna Knauer gewann. Das Ausscheidungsfahren wurde erneut eine Beute von Anna Knauer, die Romy Kasper vom Boels Dolmans Cycling Team und Alina Lange vom Verein Cölner Straßenfahrer hinter sich ließ. Somit ging Anna Knauer mit 116 Punkten als Führende in das abschließende Punktefahren vor Tatjana Paller mit 108 Punkten und Romy Kasper mit 100 Punkten. Hier waren 80 Runden (20 km) zu fahren mit jeweils einem Rundengewinn für Anna Knauer, Tatjana Paller und Romy Kasper, während die ehemalige Berlinerin vom BRC Semper Maxie Rathmann, jetzt SC DHfK Leipzig, die einzige war, die einen Rundenverlust in Kauf nehmen musste.

Bereits vor dem letzten Spurt stand Anna Knauer, die drei Wertungen gewann, als alte und neue Titelträgerin fest, so dass sie es sich leisten konnte, in der doppelt zählenden Schlusswertung leer auszugehen. Die 10 Punkte für den Sieg in der letzten Wertung reichten Tatjana Paller zu 153 Punkten, während Anna Knauer mit 156 Punkten ihren Titel verteidigen konnte. Für Romy Kasper standen am Ende 128 Punkte auf dem Konto und damit fuhr sie auf den Bronzerang.

Am Tage zuvor waren die Junioren/Juniorinnen an der Reihe und hier hatten sich bei den Junioren insgesamt 34 Fahrer in die Starterliste eingetragen, so dass ebenfalls zwei Vorläufe über 10 km in Form eines Punktefahrens ausgetragen werden mussten. Bereits im ersten Vorlauf, den Rene Otterbein von der SG Radschläger Düsseldorf gewann, schied mit Calvin Dik vom RSV Werner Otto Berlins große Hoffnung etwas überraschend aus. Der gerade erst aus der Jugendklasse aufgestiegene junge Mann befindet sich im Formaufbau für die Sechstagerennen in Bremen und Berlin und ging deshalb auch mit nicht allzu hohen Erwartungen an den Start. Der zweite Lauf wurde vom großen Talent Nils Weispfennig vom RSV Edelweiß Oberhausen gewonnen und hier waren unter den fünf Ausgeschiedenen mit Oskar Gebauer vom BSV AdW, Josh Mechsner (Berliner TSC) und Adrien Buley (Marzahner RC 94) allein drei Berliner. Großes Pech dabei für den in letzter Zeit stark verbesserten Adrien Buley, der leider durch einen bösen Sturz ausfiel.

Somit gingen die 24 qualifizierten Fahrer zunächst im Scratchrennen über 7,5 km an den Start, das Per Christian Münstermann von der SG Radschläger Düsseldorf vor Rico Brückner von der RSG Muldental Grimma und Maximilian Zschocke vom RSV Venusberg siegreich gestaltete. Der Düsseldorfer gewann auch die Temporunden vor Leon Heinschke vom Frankfurter RC 90 und dem Berliner Nicolas Brandt von den Zehlendorfer Eichhörnchen, der schon im Scratch einen guten vierten Platz belegt hatte und nun in der Zwischenwertung einen tollen zweiten Platz einnahm. Per Christian Münstermann wurde mit seinem Sieg im Ausscheidungsfahren vor Tobias Nolde vom RSC Sachsenblitz Burgstädt und Carlos Ambrosius vom RSC Cottbus endgültig zum Dominator der Meisterschaft. Hier verspielte der Berliner Nicolas Brandt seine Medaillenchancen, als er nur auf Platz 20 einkam und mit lediglich 2 Punkten zufrieden sein musste.

Das finale Punktefahren über 20 km wurde für Per Christian Münstermann, der nur noch 8 Punkte in den acht Wertungen erspurtete und auch nicht mehr auf Rundenjagd gehen musste, zu einer Triumphfahrt. Mit letztlich 128 Punkten wurde er neuer Deutscher Meister im Omnium vor Rico Brückner mit 115 Punkten und Carlos Ambrosius mit 108 Punkten. Eine tolle Leistung zeigte noch einmal Nicolas Brandt, der zu den acht Fahrern gehörte, die einen Rundengewinn erzielten und mit 98 Punkten einen ganz hervorragenden fünften Platz belegte. Für seinen Teamkameraden Maciej-Marek Litkowski reichte es dagegen nur zum letzten Platz, nachdem Nick Rother vom Schweriner Sport Club den Wettbewerb nicht beendete.

Bei den Juniorinnen waren unter den 18 Teilnehmerinnen drei Berlinerinnen am Start, die sich zum Teil sehr achtbar aus der Affäre zogen. Das Scratchrennen über 5 km (20 Runden) begann mit einem guten 6. Platz für Eleonora Schütz von der NRVg. Luisenstadt hinter der Siegerin Ricarda Bauernfeind von der RSG Ansbach. Bei den von Franziska Koch vom RSV Unna vor Vanessa Wolfram vom RSC Turbine Erfurt und Hannah Steffen vom Genthiner RC gewonnenen Temporunden sprang für Eleonora Schütz nur der 10. Platz unmittelbar vor Lotta  Schoenemeyer vom RSV Werner Otto heraus, die wiederum als beste Berlinerin im Ausscheidungsfahren einen hervorragenden 5. Platz erreichte. Hier siegte erneut Franziska Koch vor Ricarda Bauernfeind und Vanessa Wolfram, so dass vor dem abschließenden Punktefahren Ricarda Bauernfeind und Vanessa Wolfram punktgleich mit 110 Punkten das Feld vor Franziska Koch mit 106 Punkten anführten.

Somit war auch bei den Juniorinnen ein spannendes Finale zu erwarten und während der sechs Wertungen des über 60 Runden führenden Rennens gelang es von den noch 17 Athletinnen – die Berlinerin Marie Wawrzinek vom SC Berlin war nicht mehr gestartet – nur Lea Lin Teutenberg vom FC Lexxi Speedbike einen Rundengewinn zu erzielen. Dagegen musste Lotta Schoenemeyer gemeinsam mit drei anderen Fahrerinnen eine Verlustrunde in Kauf nehmen. In den Wertungsspurts hatte sich Vanessa Wolfram mit insgesamt 23 Punkten gegenüber Franziska Koch mit 16 Punkten durchsetzen können, während Ricarda Bauernfeind sich nur 4 Punkte erspurtete. Diese Reihenfolge ergab sich auch in der Gesamtwertung, so dass Vanessa Wolfram als neue Deutsche Omniummeisterin gekürt wurde. Durch den Rundengewinn kam Lea Lin Teutenberg als Siegerin des Punktefahrens auf 27 Punkte und erreichte im Endergebnis den 7. Platz. Beste Berlinerin war Eleonora Schütz mit einem guten 9. Platz vor Lotta Schoenemeyer, die als 13. den Wettbewerb beendete.

An beiden Tagen gab es auch im Rahmenprogramm für die Sprinter Gelegenheit, sich dem Publikum zu zeigen und dabei ragte die Olympiasiegerin im Sprint Kristina Vogel aus Erfurt heraus, die über die 500 m mit fliegendem Start einen neuen Weltrekord mit 28,970 Sekunden aufstellte, den vor zwei Jahren die Russin Olga Streltsova mit 29,234 Sekunden verbessert hatte. In der Wahl der deutschen Sportler des Jahres landete sie an diesem Wochenende außerdem auf dem dritten Platz hinter der Tennisspielerin Angelique Kerber und der Biathletin Laura Dahlmeier und wurde für ihre außergewöhnliche Leistung bei Olympia belohnt.

Die fliegende Runde als Qualifikation für den Keirinwettbewerb gewann Maximilian Levy vom Team Erdgas in 12,785 Sekunden vor Eric Engler vom Track Team Brandenburg und Erik Balzer vom Team Erdgas. In den drei Keirin-Läufen setzten sich dann Eric Engler, Rene Enders vom Sprintteam Thüringen und Weltmeister Joachim Eilers vom Chemnitzer PSV durch, der auch mit 8 Punkten punktgleich die Gesamtwertung vor Europameister Tomas Babek aus Tschechien gewann. Am zweiten Tag siegte Maximilian Levy mit 10,154 Sekunden in der 200 m Qualifikation für den Sprint, um im Viertelfinale Maximilian Dörnbach vom Sprintteam Thüringen zu schlagen. Danach war Robert Förstemann gegen seinen Teamkameraden Eric Engler siegreich, ebenso wie Tomas Babek gegen Rene Enders und etwas überraschend Erik Balzer gegen Joachim Eilers. In den beiden Halbfinalläufen  setzten sich Maximilian Levy gegen Erik Balzer und Tomas Babek gegen Robert Förstemann durch, der Erik Balzer im kleinen Finale bezwang. Gegen Maximilian Levy hatte im großen Finale Tomas Babek keine Chance, während im Finale um Platz 5-8 Joachim Eilers vor Rene Enders, Eric Engler und Maximilian Dörnbach ins Ziel kam.

 

Bernd Mülle  

 

 

 

    

 

    

 

 

    

 

 

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