- Etappensieg und 5. Platz in der Gesamtwertung –

Die 38. Internationale Oderrundfahrt vom 06.07. bis zum 09.07.2017 stand ganz im Zeichen der Schüler U 15 und der Elite Männer, die vier bzw. fünf Etappen auszutragen hatten. Wie in all den vergangenen Jahren waren auch dieses Mal Starter aus Berlin dabei, wobei bei den Schülern leider nur Fahrer aus den beiden Vereinen Marzahner RC 94 und SC Berlin antraten. In Anbetracht der bevorstehenden Internationalen kids-tour war diese Rundfahrt eine hervorragende Gelegenheit, sich entsprechend vorzubereiten, die leider nur von den beiden Spitzenvereinen im Nachwuchsbereich wahrgenommen wurde.

Für den Marzahner RC 94 waren neben Henning Sage, der gleich auf der 1. Etappe über 32,4 km bei „Rund um die Oderniederung“ einen hervorragenden 2. Platz im Massenspurt hinter dem Luxemburger Charel Dax belegte, noch Robin Ruhe, Paul Arndt, Paul Quabs, Robby Pohl und Felix Fleischmann dabei, während der SC Berlin mit Erik Leonhardt, Enno Paul Rohde, Pepe Strube und Janis Kullmann angetreten war. Leider waren es nur insgesamt 60 Starter, da die Oderrundfahrt u.a. mit den zur gleichen Zeit in Köln stattfindenden Deutschen Meisterschaften im Omnium kollidierten. Hervorragend auf dieser 1. Etappe auch die Platzierung von Robin Ruhe auf dem 7. Rang, während Robby Pohl und Felix Fleischmann durch einen Sturz bzw. einem Schaltungsschaden leider zurückfielen und einige Zeit einbüßten.          

Beim Einzelzeitfahren über 10,8 km triumphierte Oliver Spitzer vom ESV Lok Zwickau, der 16:10,317 Minuten benötigte und den Luxemburger Alexandre Kess mit 17 Sekunden Rückstand auf Platz 2 verwies. Für Henning Sage blieb mit 46 Sekunden Rückstand ein guter 6. Platz übrig und auch Robin Ruhe konnte mit Platz 8 (58 Sekunden zurück) überzeugen. Bei trockenen und warmen Wetter zeigte auch Felix Fleischmann als 18. eine ansprechende Leistung, zumal der junge Mann erst in diesem Jahr mit dem Radsport begonnen hat. Der Zwickauer übernahm auch gleichzeitig die Führung in der Gesamtwertung vor den beiden Luxemburgern Alexandre Kess und Charel Dax mit Henning Sage als bestplatzierten Berliner auf Rang 6.    

Die 3. Etappe um den Güldendorfer Bergpreis führte über 35 km und wurde von den Berlinern nahezu dominiert. Der Sieg ging an Henning Sage vor Noah Böker von der RG Hamburg und Oliver Spitzer, der Paul Arndt auf den vierten Platz verwies. Mit sechs Sekunden Rückstand erreichten fünf Fahrer das Ziel mit dem Spurtsieger Erik Leonhardt, der mit dem fünften Platz das tolle Ergebnis der Berliner vervollständigte. Ein Sieg von Henning Sage und zwei zweite Plätze von Robin Ruhe in den Sprintwertungen unterstrichen die an diesem Tag starken Leistungen der Berliner. Damit verbesserte sich Henning Sage auf Platz drei der Gesamtwertung mit einem Rückstand von nur 34 Sekunden auf Oliver Spitzer und 14 Sekunden auf Alexandre Kess.

Am Schlusstag waren noch einmal 32,4 km bei „Rund um den Zeisigberg“ zu absolvieren und hier waren Kopfsteinpflaster und relativ steile Anstiege zu bewältigen. Die beiden Spitzenreiter Oliver Spitzer und Alexandre Kess machten auch in dieser Reihenfolge das Rennen unter sich aus und erreichten das Ziel mit zwei Sekunden Vorsprung vor Nicolas Zippan vom RSV Königswusterhausen/Wildau auf Platz drei und Charel Dax, während Henning Sage als Sechster weitere 11 Sekunden verlor. In der Gesamtwertung siegte schließlich Oliver Spitzer vor Alexandre Kess, während sich Nicolas Zippan noch Platz drei erkämpfte. Für Henning Sage blieb dennoch ein ausgezeichneter 5. Platz übrig und auch die Leistungen von Robin Ruhe (12.), Paul Arndt (13.) und Erik Leonhardt (19. und 3. des jüngeren Jahrganges) konnten sich sehen lassen. Unter den 55 Fahrern, die das Rennen beendeten, waren auch Felix Fleischmann (38.) und Robby Pohl (40.), die nach ihren Missgeschicken am ersten Tag sich noch gewaltig steigerten.

Bei der Elite Männer ging es am ersten Tag über 75 km um den Großen Preis der Stadt Frankfurt/Oder, der im Massenspurt von Manuel Porzner vom Team Heizomat vor den deutschen Nationalfahrern Maximilian Beyer und Konrad Geßner gewonnen wurde. Vom KED-Stevens Radteam Berlin war Marcel Franz zeitgleich auf Platz 6 am besten platziert, während seine Teamkameraden Oskar Gebauer (75.), Hannes Augustin (79.), Tobias Magdeburg (81.), Sebastian Schmiedel (92.) und Nazir Jaser (95.) schon erhebliche Zeitrückstände aufzuweisen hatten. Auch die Fahrer der Renngemeinschaft Eichhörnchen hatten große Rückstände zu verzeichnen, ihr Bester war Jeremy Lendowski auf Rang 68, während Jan Weber (100.), Robert Bolle (101.), Maximilian Möbis (108.) und Oliver Bredlau (110.) schon nach dem ersten Tag aussichtslos zurücklagen. Darüber hinaus hatte Christopher Schulz im Feld der 116 Starter das Rennen aufgegeben.

Am zweiten Tag wurden 162 km zurückgelegt und hier feierte die deutsche Nationalmannschaft mit Maximilian Beyer und Konrad Geßner einen Doppelsieg und erneut fuhr Marcel Franz mit Platz 5 eine gute Platzierung heraus. Mit Hannes Augustin, Sebastian Schmiedel und Nazir Jaser auf den Plätzen 15 bis 17 schlugen sich drei weitere Fahrer vom KED-Stevens Radteam ausgezeichnet und blieben dabei ohne Zeitverlust. Von der Renngemeinschaft Eichhörnchen belegte Jeremy Lendowski wiederum als Bester Platz 39 und verlor dabei auch nur neun Sekunden. Die Gesamtwertung führte nunmehr Maximilian Beyer mit sechs Sekunden Vorsprung vor Konrad Geßner und Manuel Porzner an, wobei Marcel Franz auf Platz 6 mit 16 Sekunden Rückstand folgte.

Die dritte und vierte Etappe wurden am Samstag ausgetragen und das zunächst anstehende Einzelzeitfahren über 19,8 km beendete der Luxemburger Tom Wirtgen mit einer Zeit von 24:16,178 Minuten als Sieger und mit einem Vorsprung von 38 Sekunden (!) vor Manuel Porzner, womit er auch die Führung in der Gesamtwertung übernahm. Für die Berliner gab es hier kaum etwas zu holen, wobei Marcel Franz als erneut Bester auf Platz 21 einen Rückstand von 1:29 Minuten in Kauf nehmen musste. Der Güldendorfer Bergpreis über 87,5 km trennte dann die Spreu vom Weizen und dabei gab es zum Teil riesige Zeitabstände zu verzeichnen. Mit Robert Müller vom Herrmann Radteam als Sieger hatte nicht jeder gerechnet, der allein mit drei Sekunden Vorsprung vor Stefan Brandlmeier vom Veloclub Ratisbona und dem starken Manuel Porzner ins Ziel kam. Das Hauptfeld mit Marcel Franz (26.), Nazir Jaser (45.) und Jeremy Lendowski (46.) hatte da schon mehr als drei Minuten verloren und das übrige Feld musste schließlich bis zum Teil über 30 Minuten preisgeben. Damit übernahm nun Manuel Porzner die Führung in der Gesamtwertung, gefolgt von Justin Wolf von der deutschen Nationalmannschaft und Jonas Rapp vom Team Heizomat.

Zum Abschluss ging es am Sonntag noch einmal hart zur Sache, wobei 151,2 km zurückzulegen waren. Der am Vortag so starke Robert Müller glänzte erneut auf der selektiven Strecke mit einem ausgezeichneten 2. Platz hinter dem niederländischen Sieger Jasper Schouten vom Team WV De IJsselstreek, die zusammen mit vier weiteren Fahrern einen kleinen Vorsprung von sieben Sekunden herausgefahren hatten. Im großen Feld landete Marcel Franz auf Platz 24 vor Jeremy Lendowski, der auf Platz 34. einkam, während auf der Schlussetappe nicht weniger als 19 Fahrer aufgaben, darunter auch der Luxemburger Tom Wirtgen und Maximilian Beyer. Verdienter Gesamtsieger der Oderrundfahrt wurde mit Manuel Porzner der insgesamt stärkste Fahrer, der am Ende vor Justin Wolf und Jonas Rapp die Nase vorn hatte. Für Marcel Franz vom KED-Stevens Radteam reichte es zum 15. Platz, was angesichts der starken Konkurrenz durchaus als Erfolg zu werten ist. Mit Platz 37 konnte auch Jeremy Lendowski von der Renngemeinschaft Eichhörnchen ein achtbares Resultat erzielen.

 

Bernd Mülle          

 

 

 

 

 

 

- Düsseldorf erlebt ein Ereignis der Extraklasse –

An den Start der Tour de France im damaligen West-Berlin 1987 kann ich mich noch gut erinnern als ein Radsportfan, der diese spektakuläre Sportart seit den sechziger Jahren mit immer steigendem Interesse verfolgt hat. Als es hieß, dass das geteilte Berlin den Zuschlag für den Start der Tour de France anlässlich der 750 Jahr-Feier erhielt, kannte meine Begeisterung keine Grenzen und die Erwartungshaltung für das größte Radsportereignis der Welt war enorm.

Das offizielle Programm von 1987 mit 23 Teams zu damals wie heute je neun Fahrern wies Namen auf, die auch jetzt noch zum Teil große Popularität besitzen bzw. nunmehr Positionen als Manager oder Sportliche Leiter bekleiden. Da waren der Franzose Marc Madiot von Systeme „U“, heute Generalmanager von FDJ, sein Landsmann Jean-Rene Bernaudeau von Fagor, heute Generalmanager von Direct Energie, der Belgier Marc Sergeant von Joker-Emerxil-Eddy Merckx, heute Generalmanager von Lotto Soudal und der Sieger der 1. Etappe im 105,5 km langen Straßenrennen am 02. Juli 1987 Nico Verhoeven aus den Niederlanden, der 2017 Sportlicher Leiter beim Team Lotto NL-Jumbo ist. Immer noch als Sportlicher Leiter dabei ein Hilaire van der Schueren, damals bei Superconfex-Kwantum-Yoko und heute bei der Wanty-Groupe Gobert.  Ferner sah man in Düsseldorf die Generalmanager Eusebio Unzue vom Movistar Team und Patrick Lefevere von Quick-Step Floors, die damals in Berlin bereits  Sportliche Leiter bei Reynolds-Seur-Sada bzw. Joker-Emerxil-Eddy Merckx waren.

Mit der Startnummer 7 startete ein Mann, den heute jeder interessierte Radsportfan vom Sender Eurosport kennt: der perfekt deutsch sprechende Franzose Jean-Claude Leclercq, durch seine fachkundigen Kommentare bekannt, fuhr in Diensten seines französischen Kapitäns Jean-Francois Bernard für Toshiba-Look-La Vie Claire die Tour und belegte am Ende Platz 50, seine beste Platzierung bei insgesamt sechs Teilnahmen. Aber inzwischen sind halt 30 Jahre vergangen und so sind auch einige der damaligen Radstars nicht mehr unter uns: der Belgier Claude Criquielion (verstorben im Februar 2015), der Franzose Laurent Fignon (August 2010), der Niederländer Gerrie Knetemann (November 2004) oder der Belgier Rudy Dhaenens (April 1998) zählten seinerzeit zu den Stars dieser Tour, die mit einem Prolog als Einzelzeitfahren begann, das der Niederländer Jelle Nijdam gewann und Dietrich Thurau, für Roland-Skala fahrend, einen guten 6. Platz errang.

Berlins damaligem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen sei Dank, dass er dieses Großereignis trotz der Widrigkeiten, die sich aus der politischen Situation Berlins ergaben, aber mit der Hilfe der französischen Schutzmacht nach West-Berlin geholt hat. Ob am Kurfürstendamm beim Prolog, beim Straßenrennen mit Zieleinlauf am Schöneberger Rathaus oder beim Mannschaftszeitfahren, die Berliner standen in Scharen an der Strecke und jubelten ihren Helden zu. Der Besuch der Tour de France kostete Berlin damals drei Millionen Mark, ein Bruchteil dessen, was heutzutage in der Hauptstadt zum Teil sinnlos an Geldern vergeudet wird.

Der ehemalige Generaldirektor der Societe du Tour de France Jacques Goddet zeigte sich stolz, mit dem Tourstart zur Feier des 750. Geburtstages Berlins beitragen zu können. Das hatte so etwas wie Symbolcharakter und war ein starkes Zeichen für die deutsch-französische Freundschaft und lebte nun nach 30 Jahren in Düsseldorf  beim Grand Depart wieder auf. Jetzt waren es der radsportbegeisterte Oberbürgermeister Thomas Geisel und der Direktor der Tour de France Christian Prudhomme, die dieses Großereignis wieder nach Deutschland holten und für ihre Bemühungen mit den unerwartet großen Zuschauermassen trotz schlechter Wetterbedingungen mehr als belohnt wurden.

Dieses Mal war ich als Journalist für die Tage in Düsseldorf akkreditiert und konnte damit auch hinter die Kulissen schauen. Die Tour ist ein riesiges Unternehmen, das einen logistischen Aufwand erfordert, der nur von einem seit Jahren eingespielten Team zu stemmen ist. Ein Rad greift in das andere, jeder Mitarbeiter ist dabei gefordert und die zur Zeit kaum überschaubare politische Situation verbunden mit Terrorangriffen führte zu noch mehr Sicherheitsmaßnahmen wie z.B. Taschenkontrollen, die alle aber mit entsprechender Geduld über sich ergehen ließen. Der Oberbürgermeister war mehr als stolz über seine Stadt, die einen würdigen Rahmen für den Start der 104. Tour de France bildete und damit auch für den deutschen Radsport ein Zeichen setzte, der im nächsten Jahr mit der Rückkehr der Deutschland-Rundfahrt ein weiteres Highlight erleben soll.

Als Berliner kann man da nur mit Wehmut zuschauen und hoffen, dass die vielen Versprechen zur Erhaltung des Radsports in der Hauptstadt auch in die Tat umgesetzt werden. Wie es geht zeigte damals schon Eberhard Diepgen und hier in Düsseldorf Thomas Geisel, dessen Namensvetter Andreas Geisel, derzeit Senator für Inneres und Sport in Berlin, sich einmal mit dem Oberbürgermeister in Verbindung setzen sollte. Nach den vielen Absagen von Radsportevents wie die Tour de Berlin oder dem Rollbergrennen, die in erster Linie an bürokratischen Auflagen gescheitert sind, ist er jetzt und künftig gefordert, nicht nur den Fahrradverkehr allgemein, sondern auch den Rennradsport in der Stadt zu unterstützen. Aussagen seines Staatssekretärs Christian Gaebler anlässlich der Pressekonferenz zu den kommenden Bahn-Europameisterschaften im Velodrom lassen hoffen, dass in dieser Hinsicht sich doch im nächsten Jahr einiges bewegen wird. Die 65. Tour de Berlin im Jahre 2018 sollte dabei im Focus stehen, denn sie gilt seit vielen Jahren als eines der Sprungbretter in die Profiszene.

Bernd Mülle         

Werte Vereinsvorsitzende, Trainer,

im Juli 2017 gibt es aus organisatorischen Gründen folgende Schließtage der GST:

-          Freitag, den 07.07.2017

-          Freitag, den 28.07.2017

 

C. Mähler

Geschäftsstellenleiterin

- In Linden/Rheinland-Pfalz wurden insgesamt 8 DM-Titel vergeben –

Parallel zu den Meisterschaften der Elite in Chemnitz verliefen am letzten Wochenende auch die Titelkämpfe des Nachwuchses in Linden, wo zunächst die Titel der Junioren im Einzelzeitfahren vergeben wurden. Gleichzeitig waren die Titelkämpfe im Kampf gegen die Uhr Bestandteil der Rennen zur Rad-Bundesliga „Müller-Die lila Logistik“, die als fünftes bzw. sechstes Rennen – am Sonntag folgten noch die Straßenmeisterschaften - der Serie zur Austragung kamen.

Den Deutschen Meistertitel bei den Juniorinnen über 12,1 km errang mit Lea Lin Teutenberg vom FC Lexxi Speedbike ein hoffnungsvolles Talent, das sowohl auf der Bahn als auch auf der Straße zu großen Hoffnungen berechtigt. Die sogenannte Teutenberg-Dynastie findet mit ihr und ihrem Bruder Tim Torn eine vielversprechende Fortsetzung, die es in Zukunft zu beachten gilt. Ihr Sieg nach 19:52,77 Minuten war zwar knapp mit einem Vorsprung von sieben Sekunden, aber sowohl die Zweitplatzierte Hannah Ludwig vom RSC Stahlroß Wittlich als auch Franziska Koch vom RSV Unna, die 27 Sekunden Rückstand aufwies, hatten am Ende das Nachsehen. Überraschend war hier der vierte Platz der Berlinerin Luise Ollick vom SC Berlin, die für das neugegründete Team WHEEL DIVAS fährt und am Ende nur 1:09 Minuten einbüßte. Dabei ließ sie eine so starke Fahrerin wie Ricarda Bauernfeind von der RSG Ansbach hinter sich, die gerade erst Deutsche Meisterin auf der Bahn in der Mannschaftsverfolgung geworden ist. Die weiteren Berliner Teilnehmerinnen Eleonora Schütz von der NRVg. Luisenstadt/RG Team Thüringen-Sachsen-Anhalt und Lotta Schoenemeyer vom RSV Werner Otto/WHEEL DIVAS konnten mit ihren Platzierungen auf Rang 16 und 17 unter den 31 Teilnehmerinnen durchaus zufrieden sein.

Im Straßenrennen über 77,7 km auf einer sehr selektiven Strecke siegte am Ende Franziska Koch und holte sich den Titel um Duell mit Hannah Ludwig, die eine Sekunde zurücklag. Mit einem Rückstand von 1:01 Minuten erspurtete sich Ricarda Bauernfeind die Bronzemedaille vor Lea Lin Teutenberg, die diesmal leer ausging. Erneut beste Berlinerin war Luise Ollick auf einem ausgezeichneten 10. Platz, während Eleonora Schütz auf Rang 14 landete und Lotta Schoenemeyer das Rennen leider nicht beendete. Als Führende der Rad-Bundesliga weist Ricarda Bauernfeind jetzt 1038 Punkte auf, während die bestplatzierte Berlinerin Luise Ollick mit 710 Punkten einen ausgezeichneten 6. Platz einnimmt.

Bei den Junioren ging der Titel an den zuletzt auch schon stark in Erscheinung getretenen Leon Heinschke vom Frankfurter RC 90, der nach 23,2 km und einer Fahrzeit von 34:21,77 Minuten Lukas Baldinger vom RSC Linden um 27 Sekunden und Felix Engelhardt vom RSC Kempten um 30 Sekunden auf die weiteren Podiumsplätze verwies. Im Feld der immerhin 72 Starter, schlug sich auch Berlins derzeit größtes Talent Calvin Dik vom RSV Werner Otto  ganz ausgezeichnet, der mit einem Rückstand von 1:27 Minuten einen guten 14. Platz belegte. 

Im geschlagenen Feld landeten immerhin so starke Fahrer wie Max Gehrmann vom RSC Turbine Erfurt, Nils Weispfennig vom RSV Edelweiß Oberhausen oder Straßen-Vizeweltmeister Niklas Märkl vom RSC Linden. Mit Fabian Dreier vom SC Berlin auf Platz 33,  Lennart Jung von der RV Iduna/Paul Voss Development Team auf Platz 50, Jakob Antkowiak vom BSV AdW Berlin (53.) und Elias Richter vom Marzahner RC 94 (56.) landeten die weiteren Berliner Teilnehmer im geschlagenen Feld, wobei zu berücksichtigen ist, dass Lennart Jung in der letzten Kurve beim Zeitfahren schwer stürzte und das Rennen dennoch zu Ende fuhr und auch Elias Richter nach vorheriger, krankheitsbedingter Pause noch nicht wieder in Bestform war.

Das über 122,1 km führende Straßenrennen sah am Schluss eine dreiköpfige Spitzengruppe um den Titel des Deutschen Meisters kämpfen, aus der schließlich mit Marius Mayrhofer vom RSC Linden ein Lokalmatador als Sieger hervorging. Er bezwang Jakob Geßner vom RSC Turbine Erfurt und Kim Alexander Heiduk vom RSV Öschelbronn, die eine bzw. drei Sekunden zurücklagen, während der Titelträger im Einzelzeitfahren Leon Heinschke mit einem Rückstand von 1:19 Minuten auf dem vierten Platz noch vor Niklas Märkl einkam. Der  bei sonnigem Wetter mit einem 13%-igen Anstieg versehene Rundkurs war äußerst selektiv, so dass von den 107 Startern am Ende nur 54 das Ziel erreichten. Auch durch den Wind am Berg bedingt, waren die Abfahrten nicht ganz ungefährlich, so dass etliche Stürze zu verzeichnen waren, die u.a. auch Berlins Talent Calvin Dik in der vierten Runde zur Aufgabe zwangen, als etwa zehn Fahrer zu Fall kamen. Schaltung kaputt, Vorderrad gebrochen, Prellungen und Schürfwunden erlitten, das waren die Überbleibsel für den sympathischen Berliner, der sich nach seiner guten Leistung im Einzelzeitfahren auch hier durchaus Chancen ausgerechnet hatte. Hut ab aber vor der Leistung von Fabian Dreier auf Platz 27, Max Benz-Kuch vom Berliner TSC auf Platz 48 und Jakob Antkowiak auf Platz 50, die dieses äußerst schwere Rennen beendeten. Die Bundesligawertung führt Niklas Märkl mit 887 Punkten weiterhin klar vor Marius Mayrhofer mit 718 Punkten und Per Christian Münstermann von der SG Radschläger Düsseldorf mit 703 Punkten an. Bester Berliner ist derzeit Lennart Jung mit 367 Punkten auf Platz 19 vor Fabian Dreier, der als 29. bislang 301 Punkte auf seinem Konto hat.

Weitere vier Titel wurden in den weiblichen und männlichen Klassen der Schüler U 15 bzw. der Jugend vergeben, die ihre Wettbewerbe im Straßenrennen bestritten. Über 44,4 km platzierten sich am Ende 100 Schüler und der glückliche Sieger hieß Benjamin Boos vom RSV Ellmendingen, der Matteo Groß vom RV Concordia Reute und Moritz Kärsten vom RSV Osterweddingen im Dreierspurt besiegte und sich den Titel holte. Bester Berliner auf einem ausgezeichneten 9. Rang war Henning Sage, der mit 48 Sekunden Rückstand ins Ziel kam, nachdem er noch in der Zielkurve gestürzt war. Eine tolle Leistung von ihm, der seit kurzer Zeit für den Marzahner RC 94 in die Pedalen tritt und dessen Trainer Michael Lemke begeistert war. Auch die Leistung von Tim Schulz vom SC Berlin auf Rang 35 war beachtlich, während Robin Ruhe vom Marzahner RC 94 mit Platz 57 ein wenig haderte, zumal er in einer Abfahrt gestürzt war und dabei wertvolle Zeit verlor.

Bei den Schülerinnen bot Fabienne Jährig vom SC Berlin ebenfalls eine gute Leistung und erreichte das Ziel als 13. mit einem Rückstand von 3:14 Minuten. Ihre Schwester Elena platzierte sich als 30. unter den ins Ziel gekommenen 44 Fahrerinnen. Der Sieg ging an Linda Riedmann vom RV Concordia Karbach, die im Alleingang das Ziel erreichte und die weiteren Medaillengewinnerinnen Miriam Zeise vom 1. RC Jena und Tilla Geisler vom RSC Cottbus mit 29 Sekunden Rückstand in Schach hielt. Die gute Nachwuchsarbeit beim SC Berlin wurde auch bei der weiblichen Jugend sichtbar, wo Paula Leonhardt auf einem guten 12. Platz einkam und als einzige die Berliner Fahne hochhielt. Aus einer sechsköpfigen Spitzengruppe heraus sprintete hier Finja Smekal vom Pulheimer SC zum Sieg vor Anna-Helene Zdun vom RSV Osterweddingen und Lucy Mayrhofer vom RV Radlerlust Gomaringen.

Im Rennen der männlichen Jugend über 77,7 km zeigte sich Michel Heßmann vom RSV Unna als der dominierende Fahrer, der im Alleingang mit 1:38 Minuten Vorsprung vor Marco Brenner von der RSG Ansbach und bereits 3:46 Minuten vor dem Drittplatzierten Tom Lindner vom ESV Lok Zwickau die Ziellinie überquerte. Auch hier gab es einen guten 12. Platz für den besten Berliner Maurice Ballerstedt vom SC Berlin, der in einer größeren Gruppe ins Ziel kam, die mehr als 5 Minuten Rückstand aufzuweisen hatte. Unter den 73 platzierten Fahrern erreichte Albert Gathemann vom Berliner TSC als 50. das Ziel und war damit der letzte Fahrer, der einer Überrundung entging.

Gutes Rennwetter gepaart mit perfekter Organisation ließen die Meisterschaften des Nachwuchses zu einem gelungenen Event werden, für das dem Ausrichter RSC Linden ein besonderer Dank auszusprechen ist.

Bernd Mülle

 

 

 

       

 

 

  

 

   

 

 

 

 


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