Fabienne Jährig nach guter Leistung auf undankbarem 4. Platz

Am vergangenen Wochenende fanden in Köln die Deutschen Meisterschaften im Omnium für den Nachwuchs statt. In den vier Altersklassen Schüler U 15, Schülerinnen U 15, Jugend und weibliche Jugend war der Landesverband Berlin nur mit insgesamt sechs Sportlern vertreten, wobei in der Altersklasse Schülerinnen U 15 Berlin gar nicht am Start war. Bei fast tropischen Temperaturen waren die jungen Athleten gefordert, die sich spannende Wettkämpfe lieferten, um ihre neuen Meister zu ermitteln.

19 Starter bei den Schülerinnen benötigten keine Vorläufe und so gewann zunächst Julia Schäfer vom SSV Gera die 100m fliegend in 6,552 Sekunden bevor sie auch das 500m Zeitfahren in 39,27 Sekunden gewann. In der folgenden 2000m Einerverfolgung war dann in 2:48,632 Minuten Cassandra Bloch vom RSC Turbine Erfurt die Schnellste und im abschließenden Ausscheidungsfahren hatte dann Carla Tusint vom Radsport Team Kraichgau

die Nase vorn. Somit ging der Titel an Cassandra Bloch mit 92 Punkten vor Julia Schäfer mit 87 Punkten und Carla Tusint, die am Ende 75 Punkte auf ihrem Konto hatte.

Bei den Schülern waren insgesamt 34 Fahrer am Start, darunter mit Paul Quabs vom Marzahner RC 94 nur ein Berliner, der sich aber letztlich beachtlich schlug. In zwei Vorläufen in Form eines Punktefahrens über 30 Runden wurden die 24 Teilnehmer für den Omnium-Wettbewerb ermittelt und hierbei qualifizierte sich auch Paul Quabs als Achter des zweiten Laufes. Diesen Platz belegte er auch zunächst über 100m fliegend in 6,320 Sekunden, die Corneel Mäder vom RSC Turbine Erfurt in 5,971 Sekunden dominierte. Es schien, als hätte Paul Quabs den 8. Platz abonniert, denn auch im 500m Zeitfahren belegte er diesen Rang in 37,893 Sekunden, das Lucas Küfner vom SSV Gera in 36,471 Sekunden für sich entschied. Die 2000m Einerverfolgung gewann erneut Corneel Mäder, während Paul Quabs mit dem 16.Platz vorliebnehmen musste. Der abschließende 9. Platz im Ausscheidungsfahren, das wiederum Lucas Küfner gewann, bedeutete in der Endabrechnung Platz 11 und stellte durchaus ein achtbares Ergebnis dar. Den Titel sicherte sich Corneel Mäder mit 93 Punkten knapp vor Lucas Küfner, der 90 Punkte auf sein Konto brachte.

Bei der weiblichen Jugend U 17 waren mit den Geschwistern Fabienne und Elena Jährig vom SC Berlin 23 Fahrerinnen am Start und schon im ersten Wettbewerb, dem Scratchrennen über drei Kilometer zeigte sich Fabienne Jährig als Drittplatzierte hinter Hanna Dopjans und Paulina Peiker, beide vom RSV Irschenberg, von ihrer besten Seite. Die 20 Temporunden, die auf den ersten beiden Plätzen das gleiche Bild boten, sah Fabienne Jährig als Siebte immer noch aussichtsreich für die Gesamtwertung im Rennen. Im Ausscheidungsfahren, das Lana Eberle vom RSV Edelweiß Oberhausen für sich entschied, brachte der 6. Platz von Fabienne Jährig vor dem letzten Wettbewerb eine gute Ausgangsposition für das Podium, als sie in der Zwischenwertung einen ausgezeichneten vierten Platz einnahm. Das abschließende Punktefahren über 30 Runden musste nun die Entscheidung bringen und hier konnte sich Fabienne Jährig mit nur 4 Punkten nicht mehr verbessern, so dass die Podiumsplätze an Paulina Peiker mit 122 Punkten vor Hanna Dopjans mit 118 Punkten und Lana Eberle mit 105 Punkten gingen. Der letztlich vierte Platz mit 98 Punkten für Fabienne Jährig war aller Ehren wert und ein tolles Ergebnis, während ihre Schwester Elena mit dem 13. Platz durchaus auch zufrieden sein konnte.

Die männliche Jugend U 17 hatte mit 45 Teilnehmern das größte Starterfeld, so dass auch hier zwei Vorläufe als Punktefahren über 40 Runden nötig waren, um die 24 Kandidaten für das Omnium zu ermitteln. Aus Berlin war der Marzahner RC 94 mit den drei Fahrern Robin Ruhe, Henning Sage und Sascha Telschow dabei, von denen sich nur Henning Sage als guter Zweiter seines Vorlaufes für das Omnium qualifizierte und Robin Ruhe als 18. sowie Sascha Telschow als 21. im anderen Vorlauf ausschieden. Die Wettbewerbe des Omniums wurden mit Vehemenz in Angriff genommen und schon im 5 km Scratchrennen, das Benjamin Boos vom RSV Ellmendingen gewann, musste Henning Sage als 21. erkennen, dass die Trauben hoch hängen. Die 20 Temporunden dominierte dann Tim Torn Teutenberg vom FC Lexxi Speedbike und auch hier blieb für Henning Sage nur der 15. Platz übrig. Als Roman Duckert vom Frankfurter RC 90 das Ausscheidungsfahren gewann, landete Henning Sage auf Platz 16

und lag damit im Zwischenergebnis vor dem abschließenden Punktefahren über 40 Runden auf Rang 19. Im Gesamtergebnis rutschte er zum Abschluss noch auf Platz 20, ein Ergebnis, das unter den Bedingungen noch akzeptabel war. Den Titel holte sich schließlich Tim Torn Teutenberg mit 119 Punkten vor den beiden Ellmendingern Plinius Naldi mit 106 Punkten und Benjamin Boos mit 102 Punkten.

„Eine gut organisierte Meisterschaft bei extremer Hitze forderte einiges von den jungen Athleten, die schnelle, kampfbetonte Rennen lieferten. Dazu zweimal ein Rennabbruch nach Stürzen im Ausscheidungsfahren, der keine Ruhe ins Feld brachte, so sind die Ergebnisse meiner Fahrer als insgesamt akzeptabel zu bezeichnen“, gab Michael Lemke als Verantwortlicher beim Marzahner RC 94 zu Protokoll.

Drei Madisonwettbewerbe rundeten die Omniummeisterschaft noch ab, wobei bei der Jugend Henning Sage und Robin Ruhe ein Team bildeten, das vorzeitig zur Aufgabe gezwungen war, da Henning Sage zwei Wespenstiche, u.a. im Brustbereich, erlitt, die eine Weiterfahrt unmöglich machten.

Bernd Mülle

Berlins Nachwuchs überzeugt in Dudenhofen

Die 132. Deutschen Bahnmeisterschaften in Dudenhofen verliefen für Berlins Nachwuchs mehr als erfolgreich. Die gute Nachwuchsarbeit in den Vereinen des Berliner Radsport Verband e.V. trägt besonders in diesem Jahr Früchte und bringt Erfolge, die man so nicht erwarten konnte. Es begann mit der Bronzemedaille für Josephine Körnig vom SC Berlin im 500 m Zeitfahren der weiblichen Jugend, als sie nur Sophie Deringer aus Dudenhofen und Lara Fabienne Neumann aus Schwerin den Vortritt lassen musste. In der 3000 m Einerverfolgung der Junioren war die zweite Bronzemedaille durch Calvin Dik vom RSV Werner Otto fällig, der in der Qualifikation mit 3:30,053 Minuten Platz drei belegt hatte, um dann im kleinen Finale um Bronze mit 3:26,090 Minuten die absolute Bestzeit zu erzielen und seinen Gegner Hannes Wilksch aus Luckau auf den undankbaren vierten Platz zu verweisen. Im Finallauf um Platz 1 war Jannis Peter aus Gera gegen Milan Henkelmann aus Erfurt erfolgreich, der in der Qualifikation mit 3:28,985 Minuten noch die schnellste Zeit vorgelegt hatte.

Für Berlins Aushängeschild Calvin Dik sollte die Bronzemedaille noch längst nicht alles gewesen sein. Eine zweite bronzene Medaille kam noch in der 4000 m Mannschaftsverfolgung hinzu, wo er mit Jakob Antkowiak vom BSV AdW, Elias Richter vom Marzahner RC 94 und Tobias Buck-Gramcko von Tuspo Weende im Team Landesverband Berlin/Niedersachsen im Kampf um Bronze den Landesverband Bayern bezwang. Nachdem Jakob Antkowiak den 1. Vorlauf im Punktefahren gewonnen hatte und Calvin Dik im zweiten Vorlauf auf Platz zwei gelandet war, sorgte Calvin Dik im Finale über 80 Runden für den Paukenschlag, als er die starke Konkurrenz mit dem Erfurter Max Gehrmann und Oscar Uhlig aus Kelheim souverän in Schach hielt und sich den Meistertitel sicherte. Seine überragende Form setzte der Berliner dann auch noch im Madison um, als er sich seinen zweiten Titel an der Seite des Oberhauseners Nils Weispfennig holte und dabei Max Gehrmann/Jannis Peter sowie seinen Berliner Landsmann Elias Richter an der Seite von Milan Henkelmann distanzierte.

Bemerkenswert auch die Leistung des weiblichen Jugendvierers vom SC Berlin, der in der Besetzung Paula Leonhardt, Elena Jährig, Fabienne Jährig und Josephine Körnig in der Mannschaftsverfolgung über 3000 m Bronze holte und auch der 5. Platz von Paula Leonhardt in der 2000 m Einerverfolgung unterstrich die gute Arbeit, die gerade in diesem Verein seit Jahren geleistet wird.

Abschließend sollten auch die guten Leistungen der Berliner Elitefahrer nicht unerwähnt bleiben. Besonders hervorzuheben ist der Auftritt von Charlotte Becker vom Team Hitec Products, die allein drei Titel bei diesen Meisterschaften gewinnen konnte und darüber hinaus noch den zweiten Platz in der 3000 m Einerverfolgung belegte, wo sie im Finale von der überragenden Lisa Brennauer vom Team Wiggle High5 eingeholt wurde. Die drei Titel errang sie im Punktefahren über 80 Runden, im Scratchrennen über 40 Runden und in der 4000 m Mannschaftsverfolgung an der Seite von Anna Knauer aus Weißenburg, Gudrun Stock aus München und Vanessa Wolfram aus Erfurt. In diesem Wettbewerb gab es auch für Lotta Schoenemeyer vom RSV Werner Otto noch eine Bronzemedaille, die sie mit Jo Ellen Look aus Schwerin, Jenny Hofmann aus Leipzig und Sandra Klotz aus Dresden errang.

Das einzige Berliner Eliteteam KED-Stevens war in Dudenhofen ebenfalls vertreten, konnte sich aber am Berliner Medaillensegen leider nicht beteiligen. Der vierte Platz von Moritz Augenstein und Sebastian Schmiedel im Madison und der fünfte Platz von Henrik Pakalski im Scratchrennen waren aber aller Ehren wert.

Bernd Mülle

- Routiniers Charlotte Becker und Leif Lampater siegreich –

Bei den Deutschen Meisterschaften im Omnium in Frankfurt/Oder zeigten sich die Routiniers in Bestform und ließen dem nachdrängenden Nachwuchs keine Siegchance. Ganz überlegen präsentierte sich vor allem die 34-jährige Charlotte Becker, die im überschaubaren Starterfeld der Frauen mit Routine und Cleverness alle Konkurrentinnen in Schach halten konnte. Gleich zu Beginn siegte sie im Scratchrennen über 7,5 km, dominierte auch die 30 Temporunden und das Ausscheidungsfahren, um im abschließenden Punktefahren über 80 Runden mit drei Wertungssiegen und einem Rundengewinn nichts mehr anbrennen zu lassen. Die Berlinerin vom Team Hitec Products, für das sie auch im nächsten Jahr an den Start gehen wird, siegte mit 161 Punkten überlegen vor Franziska Brauße vom RSV Öschelbronn mit 137 Punkten und Tatjana Paller vom RSV Unna, die 122 Punkte am Ende auf ihrem Konto hatte. Diese drei hatten gemeinsam mit dem großen Talent Lea Lin Teutenberg vom FC Lexxi Speedbike, die mit dem sechsten Platz bei den Frauen einen passablen Einstand feierte, einen Rundengewinn erzielt.

„Ich bin einfach happy über diesen Erfolg und kann die durchaus zufriedenstellende Saison mit einem guten Ergebnis abschließen“, gab die sympathische Charlotte Becker zu Protokoll, die ihre sogenannte Angstdisziplin Ausscheidungsfahren taktisch hervorragend mit gutem Auge ausgestattet absolvierte. Mit ihrer im Laufe der Zeit erworbenen Cleverness drückte sie auch allen anderen Disziplinen des Omniums ihren Stempel auf. Auch die junge Lea Lin Teutenberg zeigte sich zufrieden mit ihrer Leistung, auch wenn ein Defekt bei den Temporunden den möglichen vierten Platz im Gesamtergebnis verhinderte. Hier wächst ein Talent heran, von dem wir in der Zukunft sicherlich noch eine Menge hören werden, zumal sie für die nächste Saison im Frauen-Profiteam WNT Pro Cycling an den Start gehen wird.

Mit dem fast 35-jährigen Leif Lampater vom zahlenmäßig stark vertretenen rad-net ROSE Team triumphierte bei den Männern ebenfalls ein Routinier, der sich rechtzeitig vor den kommenden Sixdays in Bremen und Berlin in eine glänzende Form gefahren hat. In zwei Qualifikationsläufen mussten sich jeweils 12 Fahrer für den Omniumwettbewerb durchsetzen und als Dritter des ersten Vorlaufs hinter Sebastian Schmiedel vom Berliner TSC und Leon Rohde vom Development Team Sunweb war das für Leif Lampater kein Problem. Seine Teamkameraden Theo Reinhardt und Kersten Thiele feierten im zweiten Vorlauf einen Doppelsieg vor Nico Heßlich vom RSC Cottbus und bereits hier zeigte der Berliner vom LKT Team Brandenburg Moritz Malcharek als Vierter eine Topleistung.

Das Scratchrennen über 10 km gewann dann Kersten Thiele vor dem Berliner Maximilian Beyer vom RSV Irschenberg, Theo Reinhardt und Moritz Malcharek, während Leif Lampater hinter Roger Kluge von ORICA-Scott den sechsten Platz belegte. Die 40 Temporunden beherrschte Leif Lampater vor Kersten Thiele und Moritz Malcharek, um danach Vierter im Ausscheidungsfahren zu werden, das Theo Reinhardt gewann. Mit zwei Punkten Vorsprung vor Maximilian Beyer ging der Routinier in das abschließende Punktefahren über 100 Runden, wo er gemeinsam mit Roger Kluge, Leon Rohde und Henning Bommel vom RK Endspurt Cottbus einen Rundengewinn vollzog und mit zusätzlich erspurteten 16 Punkten am Ende die Nase mit 140 Punkten vorn hatte. Für Maximilian Beyer reichten 128 Punkte zu Platz zwei vor Roger Kluge, der 121 Punkte auf seinem Konto hatte. Letzterer ließ seine Klasse immer mal wieder aufblitzen und bestätigte ebenfalls seine sich stetig verbessernde Form im Hinblick auf die anstehenden Aufgaben bei den Sechstagerennen in Rotterdam und Berlin. 

Aus Berliner Sicht war auch der sechste Platz von Moritz Malcharek sehr erfreulich, dagegen blieb der junge Sebastian Schmiedel mit Platz 13 hinter seinen eigenen Erwartungen zurück. Er hatte sich nach zuletzt guten Leistungen einen Platz in der Nähe der Top Five vorgenommen, konnte aber trotz des guten Beginns die Leistung nicht bis zum Schluß konservieren. Aber er sollte sich nicht grämen, hat er doch eine hoffnungsvolle Zukunft noch vor sich.

Berlins Junioren zogen sich prächtig aus der Affäre

Bei den Junioren gab es einen überlegenen Sieg des für den RSC Cottbus startenden Berliners Juri Hollmann, der nach seinem Sieg im zweiten Qualifikationslauf, den ersten hatte Calvin Dik vom RSV Werner Otto gewonnen, als Zweiter im Scratchrennen hinter Jannis Peter vom SSV Gera ins Ziel kam und diesen Platz auch bei den Temporunden hinter Nils Weispfennig vom RSV Edelweiß Oberhausen belegte. Mit dem Sieg im Ausscheidungsfahren vor Leon Heinschke vom Frankfurter RC 90 übernahm Juri Hollmann vor dem Punktefahren die Führung vor Nils Weispfennig, der nur vier Punkte zurücklag, aber über die 80 Runden, in denen kein Rundengewinn erzielt werden konnte, den Spurtqualitäten des Juri Hollmann nicht gewachsen war. Der Berliner gewann allein vier der acht Wertungen und sicherte sich mit 141 Punkten den Titel vor Nils Weispfennig mit 120 Punkten und Leon Heinschke mit 111 Punkten. Ganz hervorragend schlug sich der Berliner Elias Richter vom Marzahner RC 94 mit dem 5. Platz und dabei stürzte er noch beim Punktefahren, so dass er einen möglichen Podiumsplatz verpasste. Nach einer zuletzt krankheitsbedingten eher schwächeren Phase hat sich das große Talent hier in Frankfurt/Oder von seiner besten Seite gezeigt, so dass beim Berliner Sechstagerennen der Klasse U 19 an der Seite von Calvin Dik (?!) einiges zu erwarten ist. Der junge Mann vom RSV Werner Otto enttäuschte mit Platz 8 bei dieser Meisterschaft nicht, jedoch hatte er selbst mehr erwartet. Eine leichte Erkältung im Vorfeld, ein harter Lehrgang an gleicher Stelle unmittelbar  nach den Berliner Omnium-Meisterschaften, all das ist von einem jungen Mann nicht so ohne weiteres zu verkraften. Hinzu kam bei den Temporunden eine Unaufmerksamkeit, die fast zu einem Sturz geführt hätte, so dass Calvin Dik letztendlich zufrieden sein kann mit seiner Leistung.

Insgesamt 19 junge Damen bestritten das Omnium der Juniorinnen und mit Eleonora Schütz von der NRVg. Luisenstadt und Lotta Schoenemeyer vom RSV Werner Otto waren auch zwei Berlinerinnen dabei. Der Titel ging an Franziska Koch vom RSV Unna mit 127 Punkten vor der stark fahrenden Jasmin Cunert vom RK Endspurt Cottbus mit 116 Punkten und Eva Barthelmes vom RV Union Nürnberg mit 114 Punkten. Für Eleonora Schütz reichte es am Ende zu Platz 8, nachdem sie einen sehr guten 4. Platz im Ausscheidungsfahren erzielt hatte, während Lotta Schoenemeyer mit Platz 15 in der Gesamtwertung vorliebnehmen musste.

Frankfurter Kreisel als Rahmenprogramm

Die Omniumwettbewerbe wurden durch ein Rahmenprogramm, dem sogenannten 10. Frankfurter Kreisel, erweitert, wobei neben Dernyrennen für Junioren und Elite auch Sprintwettbewerbe für Frauen und Männer ausgefahren wurden. In zwei Dernyläufen siegte bei den Junioren Jakob Geßner vom RSC Turbine Erfurt und Roger Kluge vor Theo Reinhardt bei der Elite, während im Keirin der  Frauen ebenso wie im Sprint Kristina Vogel gegen Pauline Sophie Grabosch (beide Team Erdgas 2012) und Emma Hinze vom Track Team Brandenburg siegreich war. Maximilian Levy vom Team Erdgas 2012 verlor überraschend das Sprintfinale gegen Carl Hinze vom Schweriner Sport Club, um sich dann im Keirin-Finale schadlos zu halten.

Bernd Mülle           

 

   

 

 

 

    

- Bahn-DM in Frankfurt/Oder erfüllte nicht alle Berliner Erwartungen –

Für Berliner Radsportler gab es bei den 131. Deutschen Bahnmeisterschaften in Frankfurt/Oder zwar einige schöne Erfolge und Medaillen zu registrieren, aber da gibt es leider auch einige Abstriche zu machen. Die 11 Medaillen nur im Männerbereich errangen mit Theo Reinhardt (2x Gold), Henning Bommel (1x Gold, 1x Bronze), Maximilian Beyer (1x Silber, 2x Bronze), Robert Förstemann (2x Bronze), Marcel Kalz (1x Silber) und Roger Kluge (1x Bronze) zwar  Akteure mit Wohnsitz in der Hauptstadt, aber sie zählen aufgrund Vereinswechsels bzw. Profistatus längst nicht mehr zum Einflussbereich des Berliner Radsport Verband e.V. (BRV), dessen Bilanz bei diesen Meisterschaften leider etwas durchwachsen ausfällt. Mit nur einer Bronzemedaille von Berlins größtem Talent Calvin Dik im Punktefahren, die allerdings mit starker Leistung errungen wurde, konnten die Erwartungen im Berliner Lager leider nicht ganz erfüllt werden.

Bei den Männern waren für Berlin mit Nicolas Brandt von den Zehlendorfer Eichhörnchen und Sebastian Schmiedel vom Berliner TSC nur zwei Fahrer am Start, so dass erstmals seit langer Zeit kein Vierer in der Mannschaftsverfolgung gestellt werden konnte. Der 23. Platz von Sebastian Schmiedel in der Einerverfolgung konnte von ihm mit einem guten 8. Platz im Punktefahren unmittelbar vor Nicolas Brandt (9.) getoppt werden, wobei beide zu den 11 Fahrern gehörten, die einen Rundengewinn erzielten. Während Nicolas Brandt mit seinem Partner Erik Schubert vom RSC Nordsachsen im Madison Platz 8 im Feld der 13 gestarteten Teams belegte, beendete Sebastian Schmiedel an der Seite von Luca Felix Happke vom Team Sauerland NRW das Rennen nicht. Seinen vierten Wettbewerb bestritt Sebastian Schmiedel im Scratch und landete dort auf Platz 19 immerhin noch vor den Sechstagecracks Christian Grasmann und Marcel Kalz vom RSV Irschenberg und Leif Lampater vom rad-net ROSE Team.

Während im Frauenbereich Berlin einzig mit Josefine Dreier vom SC Berlin vertreten war, die im Punktefahren und im Scratch jeweils den 11. Platz belegte, waren bei den Juniorinnen und der weiblichen Jugend immerhin drei bzw. fünf Fahrerinnen für einen Start gemeldet. Aber in diesem Bereich hängen die Trauben besonders hoch und so konnten hier von vornherein keine Medaillen erwartet werden, zumal dann bei den Juniorinnen auch noch Luise Ollick vom SC Berlin ausfiel. Im 500 m Zeitfahren der Juniorinnen blieb für Lotta Schoenemeyer vom RSV Werner Otto nur Platz 9 übrig, dagegen war der 14. Platz unter 21 Teilnehmerinnen in der 2000 m Einerverfolgung durchaus im Bereich ihrer Möglichkeiten. Übertroffen wurde sie von Eleonora Schütz von der NRVg. Luisenstadt, deren Zeit von 2:34,538 Minuten für den 10. Platz reichte. Nur knapp drei Sekunden Rückstand zur Silbermedaille lassen für die weitere Zukunft durchaus hoffen. Im von Lea Lin Teutenberg vom FC Lexxi Speedbike gewonnenen Punktefahren erreichten Eleonora Schütz und Lotta Schoenemeyer die Plätze 12 und 13 und landeten dabei im Mittelfeld. Gemeinsam mit Belinda Schubert vom Bad Doberaner SV und Sarah Wolfer von der RSG Zollern Alb wurden die beiden Berlinerinnen in einem Mix Team in der Mannschaftsverfolgung Vierte, wobei sie von der RG Thüringen/Sachsen-Anhalt im Kampf um Platz drei eingeholt wurden und dabei chancenlos waren.

Mit Sandra Hainzl, Miriam Herfort, Josephine Körnig, Paula Leonhardt und Laura Lotter waren fünf Fahrerinnen des SC Berlin bei der weiblichen Jugend dabei. Sehr stark war die Leistung von Josephine Körnig im 500 m Zeitfahren, wo sie unter 15 Starterinnen auf einen ausgezeichneten fünften Platz landete und dabei mit 38,975 Sekunden eine Zeit fuhr, die nur 3/10  hinter dem Bronzeplatz lag. Diese tolle Leistung konnte sie dann in der 2000 m Einerverfolgung nicht mehr abrufen und belegte Platz 22 unter den 33 Teilnehmerinnen, während hier Paula Leonhardt mit Platz 14 ein sehr achtbares Ergebnis erzielte. Dagegen blieben für Sandra Hainzl, Laura Lotter und Miriam Herfort nur die Plätze 25, 27 und 31 übrig, die schon einen gewissen Fingerzeig für die Mannschaftsverfolgung über 3000 m darstellten, in der die Berlinerinnen in der Besetzung Sandra Hainzl, Josephine Körnig, Paula Leonhardt und Laura Lotter in der Qualifikation den fünften Platz unter sieben Teams belegten und damit das kleine Finale um Platz drei verpassten. Dabei war ihre Zeit von 3:50,379 Minuten nur geringfügig schlechter als die des Landesverbandes Brandenburg, der mit 3:50,032 Minuten um Bronze fahren durfte. Im Punktefahren waren dann Miriam Herfort und Sandra Hainzl auf den Plätzen 22 und 23 chancenlos.

Die Junioren waren mit einiger Zuversicht nach Frankfurt/Oder gereist, zumal sowohl Calvin Dik vom RSV Werner Otto als auch Elias Richter vom Marzahner RC 94 in der Vergangenheit immer wieder mit Topleistungen aufwarteten. Gemeinsam mit Jakob Antkowiak vom BSV AdW Berlin, Fabian Dreier vom SC Berlin und Maciej-Marek Litkowski von den Zehlendorfer Eichhörnchen rechneten sie sich vor allem im Madison und in der Mannschaftsverfolgung einiges aus. Insgesamt 25 Fahrer stellten sich zum Start in der Einerverfolgung über 3000 m und Berlins Bester war dann Elias Richter, der auf Platz 9 unmittelbar vor Calvin Dik einkam, während Jakob Antkowiak mit Platz 13 zufrieden sein konnte. Die Konkurrenz mit Max Gehrmann vom RSC Turbine Erfurt, Rico Brückner von der RSG Muldental Grimma und Per Christian Münstermann von der SG Radschläger Düsseldorf, die in dieser Reihenfolge letztendlich das Podium belegten, war für die Berliner noch zu groß.

Das zeigte sich auch in der Mannschaftsverfolgung über 4000 m, als für Jakob Antkowiak, Calvin Dik, Fabian Dreier und Elias Richter in der Qualifikation nur der fünfte Platz mit 4:24,916 Minuten heraussprang und damit die erhoffte Bronzemedaille nicht mehr erreichbar war. Der Landesverband Brandenburg hatte mit seiner Zeit von 4:24,396 Minuten keinen großen, aber dennoch den entscheidenden Vorteil auf seiner Seite. Nachdem in einem äußerst spannenden Punktefahren über 80 Runden Calvin Dik mit einer ganz starken Leistung die erste Medaille für den BRV mit Bronze einfuhr und dabei wie der neue Titelträger Max Gehrmann und Kim Alexander Heiduk vom RSV Öschelbronn sogar zwei Rundengewinne realisierte, durfte man mit Spannung auf weiteres Edelmetall im Madison hoffen. Nur acht Teams nahmen den Wettbewerb in Angriff und Calvin Dik und Elias Richter zeigten sich vor dem Start sehr optimistisch. Dominant gestalteten Nils Weispfennig vom RSV Edelweiß Oberhausen und Per Christian Münstermann das Rennen, die als einzige einen Rundengewinn erzielten und danach stets die Übersicht behielten. Hinter den beiden Thüringer Teams Max Gehrmann/Jakob Geßner und Michel Aschenbrenner/Jannis Peter blieb für die Berliner am Ende nur der undankbare vierte Platz übrig, die damit sicherlich nicht zufrieden waren.

Auch nur vier Starter hatte der BRV mit Maurice Ballerstedt vom SC Berlin, Patrick Dietze vom Radteam Cöpenick, Albert Gathemann vom Berliner TSC und Justin Winzer vom RC Charlottenburg für die männliche Jugend gemeldet und hier überzeugte zunächst Maurice Ballerstedt in der Qualifikation der 2000 m Einerverfolgung. Unter nicht weniger als 47 Startern belegte er mit der sehr guten Zeit von 2:19,236 Minuten einen ausgezeichneten sechsten Platz, während Patrick Dietze mit Rang 23 einen guten Mittelfeldplatz einnahm und Albert Gathemann als 38. registriert wurde. Gegen den Überflieger Henri Uhlig vom RSC Kelheim, der mit 2:14,866 Minuten den 18 Jahre alten Rekord von Christoph Meschenmoser unterbot, hatte aber keiner eine Chance. Mit dem Team Bayern errang Henri Uhlig einen weiteren Titel in der Mannschaftsverfolgung, in der für die vier Berliner nur der 6. Platz übrig blieb. Der 14. und 19. Platz für Maurice Ballerstedt und Patrick Dietze im Punktefahren und der 11. Platz der beiden im Madison, wo Patrick Dietze stürzte und das Team nicht rechtzeitig wieder den Anschluss fand, unterstrichen die durchwachsende Bilanz der Berliner.

„Wir waren nicht auf den Punkt topfit, die Belastungen zuvor offensichtlich etwas überzogen“, musste Landestrainer Volker Winkler eingestehen, denn zwei bis drei Medaillen wurden im Vorfeld schon angestrebt. „Vielleicht hätten sich Calvin und Elias mehr an Nils Weispfennig/Per Christian Münstermann orientieren sollen“, stellte der Landestrainer in den Raum, denn auch für den neutralen Beobachter war die Fahrweise der beiden im Madisonfinale nicht ganz nachvollziehbar. Andererseits fahren sie ja erst in ihrem ersten Juniorenjahr und da gibt es noch viel Luft nach oben. Die Leistung von Calvin Dik im Punktefahren war schon mal herausragend und durchaus ein positives Zeichen auch für eventuell zukünftige, internationale Einsätze bei Europa- oder Weltmeisterschaften.

Bei der Jugend haben Maurice Ballerstedt und Patrick Dietze die Erwartungen in etwa erfüllt, aber eine Krankheit bei Justin Winzer, der drei Wochen kein Bahntraining absolvieren konnte, verhinderte vor allem eine bessere Platzierung des Vierers.

Einen äußerst positiven Lichtblick gab es dennoch für eine Berlinerin: Eleonora Schütz gab an der Seite von Lea Lin Teutenberg einen tollen Einstand beim Madison, das von Jugend, Juniorinnen und Frauen gemeinsam als Demonstrationswettbewerb bestritten wurde. „Ein sturzfreies Rennen, es lief besser als erwartet und ich bin sehr zufrieden“, äußerte sich die Luisenstädterin unmittelbar nach dem Rennen, das sie auf einem guten fünften Platz rundengleich mit der Siegerpaarung Alina Lange vom Verein Cölner Straßenfahrer und Franziska Brauße vom RSV Öschelbronn beendete. Jetzt ist für Eleonora Schütz noch einmal Stress angesagt: am Mittwoch steht die letzte, mündliche Abiturprüfung in Politik an, die sie  genauso so souverän bewältigen sollte.

 

Bernd Mülle    

 

   

 

  

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