Nachruf

Am 16. Mai 2018 verstarb überraschend der ehemalige 1. Vorsitzende der RVg Nord-Berlin und Träger der silbernen und goldenen Ehrennadel des Berliner Radsport Verband e.V.    

                                            

                                                  Dieter Horatschek

 

im Alter von 82 Jahren.  

Unser Vereinskamerad ist im Alter von 18 Jahren im Jahr 1953 dem Verein RVG Moabit 1920 beigetreten und hat schon zwei Jahre später im Jahr 1955 die Klubmeisterschaft im Radball mit Werner Lischak errungen. Es folgte ein dritter Platz bei der Berliner Meisterschaft im gleichen Jahr und die Teilnahme an mehreren internationalen Turnieren mit verschiedenen Sportfreunden wie Klaus Sabin, Horst Rochler, Martin Dobbeck und Walter Sperling.

Im Jahre 1957 nahm Dieter an seinem ersten Schiedsrichterlehrgang auf Landesverbandsebene teil. Schon drei Jahre später wurde er als Bundesschiedsrichter eingesetzt und nahm 1975 anlässlich der Weltmeisterschaft in Heerlen (Niederlande) an einem Lehrgang für internationale Schiedsrichter teil. Bis 1995 war Dieter als Schiedsrichter für die erste und zweite Bundesliga, Deutsche Meisterschaften, Länderkämpfe im In- und Ausland, dem Europapokalfinale 1994 in Höchst und bei der Weltmeisterschaft in Epinal (Frankreich) im Einsatz.

Das Amt des 2. Vorsitzenden und des Fachwartes Radball übernahm Dieter im Jahre 1960 in seinem Verein der RVG Moabit. Ab dem Jahre 1978 bis 1993 stand er dem Verein als erster Vorsitzender vor. Neben diesen Aufgaben übernahm er ab 1966 auch das Amt des Fachwartes Radball und Radpolo im Berliner Landesverband und bekleidete dieses Amt 36 Jahre bis zum Jahre 2002. Während seiner Tätigkeit als Fachwart veranstaltete er ca. 25 internationale Turniere und Deutsche Meisterschaften und richtete 1990 das Europa-Cup Halbfinale in Berlin aus.

Dieter Horatschek wurde im Jahre 1996 zum Ehrenmitglied im Berliner Radsport Verband e.V. ernannt. Mit seinem Wirken hat Dieter viel zum Erfolg der Vereine RVG Moabit und RVg Nord-Berlin und des Berliner Landesverbandes beigetragen und die Entwicklung des Radballs in Berlin maßgeblich geprägt und vorangetrieben.

Wir sind sehr traurig und verneigen uns vor einer großen Persönlichkeit. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten und sprechen seinen Angehörigen unser aufrichtiges Beileid aus.

Berliner Radsport Verband e.V.

                  

Ralf Zehr             Jörg Wittmann               Tim Körner

-Präsident-           -Vizepräsident-               Fachwart für Radball/Radpolo

 

Die Bestattung findet am

15. Juni um 11:00 in Hohenneuendorf in der

Birkenwerder Str. statt.

 

 

Am 14. Oktober 2017 verstarb in Berlin der ehemalige Meisterfahrer Georg Sternberg im Alter von 89 Jahren.

Auf den Spuren seines Vaters begann Georg Sternberg 1944 in Berlin mit dem Radsport. Er schloß sich dem bekannten Verein von Harry Saager und Heiner Schwarzer, dem RV Sturmvogel 1900 an, wechselte nach dem Krieg zu Derby Pankow. Seinen ersten großen Erfolg errang er im August 1949 als Sieger der Ostzonenmeisterschaft im Straßenfahren, die auf der WM-Strecke von 1934  auf dem Leipziger Scheibenholz ausgetragen wurde.

Der talentierte „Orje“, wie er von Freunden genannt wurde, gewann als spurtschneller Fahrer zahlreiche Straßen- und Rundstreckenrennen und errang auch auf den Aschenbahnen viele Siege. Zu seinen häufigsten Mannschaftspartnern gehörten Günter Oldenburg und Hans (Hanne) Wagner, mit denen er auch DDR-Vizemeister im Tandemrennen bzw. Zweier-Mannschaftsfahren wurde. Viel beachtet war sein Sieg im internationalen Kriterium anläßlich der III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten 1951 in Berlin.  Insgesamt errang „Orje“ über 500 Erfolge.

1960 entdeckte er seine Liebe zum seit 1958 wieder „weltmeisterlichen“ Stehersport. Und der versierte Fachmann wurde schnell zu einem beliebten Pacemaker. Auf der Berliner Winterbahn errang er bei der Internationalen Stehermeisterschaft die Titel mit Ulrich Manthey (1966) und Jens Kunath (1980). Auf den Sommerbahnen gewann er Medaillen mit Manfred Schulz, Hans-Jürgen Stupka und Frank Herzog. Seine erfolgreichsten Schützlinge waren aber Karl Kaminski und Exweltmeister Thomas Huschke, mit denen er insgesamt fünfmal zu Titelehren bei den DDR-Stehermeisterschaften kam.

In der sogenannten Gruppe Nord der Ehemaligen nahm Georg Sternberg Jahrzehnte später, solange es seine Gesundheit erlaubte, an vielen Ausfahrten teil. Und so war nach gutem Training auch die Teilnahme am Senioren-Weltpokal 1998 in St. Johann in der Klasse Ü70 von Erfolg gekrönt.

„Orje“ Sternberg wird als beliebter Freund und Weggefährte von Rennfahrer-Generationen unvergessen bleiben!

Werner Ruttkus

Fotos W. Ruttkus

Die Radfahrervereinigung Berlin 1888 e.V. gibt in großer Trauer bekannt, dass Ihr Vereinsmitglied Andrea Fusaro bereits am 14.08.2017 verstorben ist.

Der am 22.12.1933 in Mailand geborene Andrea lebte seit 1959 in Berlin, wo er sich seit über 50 Jahren ehrenamtlich in Sportverbänden und –vereinen engagierte. 1963 war er Mitbegründer und zugleich erster Präsident des ersten italienischen Fußballvereins in Berlin. Später engagierte sich Andrea überall da, wo italienische Sportler in der Deutschen Hauptstadt aktiv waren, vor allem (aber nicht nur) im Fußball und seinem geliebten Radsport.

Andrea Fusaro hat sich auch durch seinen Einsatz als Beauftragter des Nationalen Olympischen Komitees Italiens (CONI) besondere Dienste erworben. In dieser Funktion betreute er viele Jahre lang italienische Sportler in Berlin. Zusätzlich war er von 1980 bis 1991 Mitglied des Sport- und Verbandsgerichts des Berliner Fußballverbandes. Außerdem hatte er sich als Ausländerbeauftragter des BFV und als Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft internationaler Sportverbände in Berlin eingesetzt.

Für seine Verdienste um die Freundschaft zwischen Deutschen und Italienern wurde im Jahre 2006 Andrea Fusaro die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht.

Für den Radsport hatte sich Andrea Fusaro über viele Jahre als 2. Vorsitzender des RC Charlottenburg und seit 2007 als Mitglied der RV Berlin 1888 eingesetzt.

Am 11. September hat sich die Berliner Radsportgemeinde für immer von Andrea verabschiedet. Wir werden ihn in ehrendem Gedenken bewahren.

Michael von der Heyde, 1. Vorsitzender RV Berlin 1888 e.V.

 

Foto: Emilio Esbardo

Im Alter von 88 Jahren verstarb am 19. Juni 2017 in Berlin-Buch der einstige Winterbahn-Matador Ronald Maraun. Der überall als „Ronny“ populäre Berliner (geboren am 10. September 1928) gehörte seit 1948 zu den vielseitigsten Radsportlern, der auf Straße und Bahn gleichermaßen zu Erfolgen kam. Er startete in den Nachkriegsjahren für die Stadtbezirksmannschaft Mitte, die unter Leitung des Sportfunktionärs Paul Szostak geschlossen in den Westteil der Stadt wechselte und dem Berliner Radsport-Club Endspurt 1911 beitrat. Dort zeigte sich Maraun an der Seite des erfahrenen Willy Irrgang als aufgehender Stern. Im klassischen Rennen Berlin-Cottbus-Berlin 1950 über 260 km konnten sie das beide als die Besten beweisen.

Ein Jahr darauf trug Ronny Maraun das Trikot der BSG Einheit Berliner Bär, entwickelte sich zu einem der besten Bahnfahrer der Sektion Radsport der DDR, der besonders auf der Winterbahn an der Landsberger Allee brillierte. Der kesse Berliner wurde zum Inbegriff der wendigen, klugen und  erfolgreichen Fahrweise in Einzel- und Zweier-Mannschaftswettbewerben, auf die einstige Kontrahenten bis heute Loblieder singen.  Mit einer Vielzahl von Partnern wie Heinz Gleinig, Werner Gräbner, Werner Malitz, Fritz Jährling, Günter Oldenburg, Dieter Lüder und Siegfried Köhler fuhr er glänzende Zweier-Siege heraus. Und mit Heinz Wahl und „Hanne“ Wagner errang er die Siege in den Saisonmarathons „1001 Runde“ (1956 und 1957). Besonders dominierend trumpfte „Ronny“ in der jährlich als Höhepunkt ausgetragenen Stunde der Matadoren auf. Nach dem Ehrenplatz 1951 hinter Georg Sternberg gewann er diesen Klassiker 1953, 1954, 1956, 1957 und zum Abschied seiner Laufbahn auch 1958.

Seine Liebe gehörte auch den Dauer-/Steherrennen. 1951 gewann er in Nordhausen den ersten DDR-Meistertitel hinter Schrittmacher Erich Wedermann und verteidigte diesen ein Jahr darauf in Forst hinter Horst Aurich erfolgreich. Auf den Sommerbahnen und in der Werner-Seelenbinder-Halle kam er zu zahlreichen weiteren Steher-Erfolgen. Der vielseitige Akteur war außerdem DDR-Meister 1954 mit dem Bahnvierer Einheit Berliner Bär (mit Fritz Jährling, Günter Oldenburg und Heinz Wahl) sowie 1955 mit Fritz Jährling im Zweier-Mannschaftsfahren. Dreimal war er DDR-Vizemeister: 1951 und 1952 im 100 km Mannschaftsfahren mit den Sextetts von Einheit Berliner Bär und 1956 mit dem Bahnvierer des SC Einheit Berlin.

Nach dem Ende der Winterbahnsaison und einer Bilanz von über 200 Siegen übernahm Ronny Maraun die legendäre HO-Sportartikelverkaufsstelle am Berliner Strausberger Platz, die ein Treffpunkt aller rennfahrenden Akteure wurde, weil dort ihre Bestellungen und Wünsche fast immer realisiert wurden. Ende 1961 wechselte Maraun aus privaten Gründen nach Karl-Marx-Stadt. Erst nach Jahrzehnten kehrte er 2008 wieder in die einstige Heimatregion zurück und lebte in der Gemeinde Stolzenhagen (Wandlitz) nördlich von Berlin.

 

Werner Ruttkus

 

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