- Einige Vereine sorgen für Eklat bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung –

An einem denkwürdigen Tag, dem 09. November, zeigten die Mitglieder des  Berliner Radsport Verband e.V. (BRV) einmal mehr, dass sie nach der Maueröffnung im Jahre 1989 von Einigkeit noch ein ganzes Stück entfernt sind. Von der vom ehemaligen Präsidenten Günter Polauke häufig angesprochenen Radsportfamilie kann bis heute keine Rede sein, es sei denn, man beruft sich auf familiäre Streitigkeiten, die es in dieser Form der Lebensgemeinschaft immer wieder gibt und die im Verband schon langsam zur Tradition werden.

Bereits unter der Ägide von Günter Polauke wurde im Jahre 2015 eine Kommission gebildet, die für den  Verband eine neue Satzung erstellen sollte. Unter Federführung des jetzigen Vizepräsidenten Jörg Wittmann wurden seitdem diverse Sitzungen dieses Gremiums abgehalten, darüber hinaus wurden die Vereine gebeten, zu den jeweiligen Entwürfen ihre Stellungnahmen abzugeben. Während diese Möglichkeiten von einigen Mitgliedern intensiv genutzt wurden, gab es von anderen, die sich sonst zu jedem Thema melden, gar keine Vorschläge. Hinzu kommt, dass bei den zwischenzeitlichen Hauptausschusssitzungen immer wieder darauf hingewiesen wurde, Einwände gegenüber der Satzungskommission geltend zu machen. In der letzten Sitzung, die unverständlicher Weise nur geringfügig von den Vereinen besucht wurde, beschlossen die anwesenden Mitglieder des Hauptausschusses mehrheitlich, die Ergänzungen und Veränderungen für den Satzungsentwurf anzunehmen, um dann am 09. November 2017 die Abstimmung über die neue Satzung vornehmen zu können.

Stimmberechtigt waren an diesem Tag 561 Mitglieder, so dass bei einer erforderlichen 2/3 Mehrheit für diesen Antrag 374 Ja-Stimmen erforderlich waren. Wer nun glaubte, dass es nur noch um die Abstimmung ginge, sah sich einigermaßen irritiert im Hinblick auf weitere Fragen und Vorschlägen einiger Vereinsmitglieder, die zum jetzigen Zeitpunkt längst geklärt sein sollten. Abgesehen davon, dass die Geschäftsstelle den Vereinen nach der letzten Hauptausschusssitzung den aktuellen Satzungsentwurf noch einmal rechtzeitig hatte zukommen lassen, worauf keinerlei Reaktion aus den Vereinen erfolgte, ist das gestrige Verhalten einiger Mitglieder nur noch als beschämend zu bezeichnen.

Wollen wir uns am Bürokratismus festhalten oder wollen wir Radsport fördern bzw. sollte Radsport gefördert werden (selbst diese Wortklauberei wurde zum Thema!)? Wir haben in Berlin große Radsportveranstaltungen vor uns und zerfleischen uns an Dingen, die mit der Entwicklung von Radsporttalenten nun überhaupt nichts zu tun haben. Als der geheime Wahlgang beendet war, platzte dann gewissermaßen die Bombe, denn 290 Ja-Stimmen reichten bei 271 Nein-Stimmen nicht aus, um die neue Satzung durchzubringen. Der Eklat war da und der Vorsitzende der Satzungskommission Jörg Wittmann, der sich in den vergangenen gut zwei Jahren mit seinen Mitstreitern außerordentlich für die neue Satzung engagiert hatte („Chapeau“) tat danach das einzig Richtige und trat von seinem Vorsitz zurück. BRV-Präsident Ralf Zehr gab den Sendungsauftrag an die Vereine, die nunmehr eine neue Satzung zu erstellen haben, denn eine Initiative seitens des Vorstandes wird es zukünftig nicht geben.

Als Schreiber dieses Kommentars kann ich mir aber nicht vorstellen, dass jetzt eine neue Satzung zustande kommt. Das Interesse in den Vereinen am Radsport scheint mir doch –bis auf wenige Ausnahmen- äußerst gering zu sein. Man sieht es auch an den nur noch wenigen Radsportveranstaltungen in Berlin, bei denen es an Unterstützung aus den Vereinen (Streckenposten etc.) mehr als zu wünschen übrig lässt.

Der mehr als frustrierte Pressewart

Bernd Mülle             

 

 

 

  

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