- Rad-Bundesliga Junioren und Rahmenprogramm VELOTHON –

Es war nicht nur vom Wetter her ein heißes Wochenende: Berlins Nachwuchs konnte sich über Beschäftigung nicht beklagen, dafür hatte der erste Veranstaltungstag des 10. EuroEyes VELOTHON Berlin am Samstag gesorgt, wo neben den Lizenzfahrern der Altersklassen U 11, U 13 und U 15 rund 220 Kinder und Jugendliche beim GASAG Kids VELOTHON in die Pedalen treten konnten. Auf einem Rundkurs entlang der Straße des 17. Juni, Ebertstraße, Scheidemannstraße und Yitzhak-Rabin-Straße waren tausende Zuschauer bei strahlendem Sonnenschein unterwegs und stellten für die Kids eine tolle Kulisse dar.

Von den Kleinsten der Jahrgänge 2005 bis 2010 waren auf dem abgesperrten Rundkurs 1,3 bis 5,2 km zurückzulegen und wieder einmal sah man in den Starterfeldern des nicht lizenzierten Nachwuchses schon häufig das Trikot des SC Berlin leuchten, der durch seine hervorragende Jugendarbeit seit Jahren bekannt ist. Alle Teilnehmer erhielten Medaillen und für die Besten fand die Siegerehrung auf einer Bühne statt.

Dagegen waren die Starterfelder des lizenzierten Nachwuchses eher als spärlich zu bezeichnen, denn trotz einiger Starter aus dem nahen Umland und Leipzig waren in den drei Altersklassen nur insgesamt rund 60 Fahrer-/innen dabei, was den Nachwuchsmangel vor allem in Berlin erneut deutlich unterstrich. Vielleicht aber werden einige von den Kleinsten, die offensichtlich schon den Weg in einen Verein gefunden haben, in absehbarer Zeit auch eine Lizenz lösen und dann den Nachwuchs verstärken. Während der Leipziger Carlo Brendel bei der U 11 vor Erik Arns vom RV Lichterfelde-Steglitz siegreich war, triumphierten bei der U 13 Hugo Rockstroh vom SC Berlin und bei der U 15 Robin Ruhe vom Marzahner RC 94, einem Verein der ebenfalls durch gute Nachwuchsarbeit von sich reden macht. Im weiblichen Bereich waren Larissa Philipp vom BSV AdW Berlin (U 13), Fabienne Jährig vom SC Berlin (U 15) und ihre Vereinskameradin Laura Lotter (Jugend) erfolgreich.

Für eine besondere Attraktion sorgte das Rennen der Ehemaligen, das von keinem geringeren als Jens Voigt (17 Tour de France-Teilnahmen!) gewonnen wurde, der Björn Schröder (2 Tour-Teilnahmen) und Maximilian Werda auf die Plätze verwies. Frühere Größen wie Olympiasieger und Weltmeister Guido Fulst, Christian Lademann, die beiden Tandem-Weltmeister Jürgen Geschke und Werner Otto, der Olympiasieger und mehrfache Weltmeister im Sprint Lutz Heßlich oder Ex-Profi Joachim Schlaphoff waren ebenso am Start wie der Chef des Berliner Sechstagerennens Valts Miltovics, der in diesem Rennen einmal die Härte des Radsports am eigenen Leib erlebte.

Berlins größerer Nachwuchs, die Junioren, waren an diesem heißen Wochenende gleich zweimal bei den Bundesligarennen in Ilsfeld-Auenstein in Aktion. Das 99,4 km lange Rennen am Samstag gewann Lukas Baldinger vom Team Wipotec RLP mit zwei Sekunden Vorsprung vor seinem Teamkameraden Niklas Märkl, der den Spurt des Hauptfeldes für sich entschied. Bester Berliner auf Platz 7 war zeitgleich Lennart Jung vom Paul Voss Development Team, gefolgt von seinem Teamkameraden Jost Zankel (24.) und den Besten des Landesverbandsteams Berlin Fabian Dreier (37.) und Max Benz-Kuch (43.), die ebenfalls mit dem Hauptfeld ins Ziel kamen.

Mit einer tollen Alleinfahrt sicherte sich der Vizeweltmeister im Straßenrennen Niklas Märkl am Sonntag dann im 118,3 km langen Rennen den Sieg vor seinem Teamkameraden Marius Mayrhofer, der mit dem Drittplatzierten Pirmin Benz vom Landesverband Baden einen Rückstand von 1:09 Minuten aufwies. Es war ein kampfbetontes Rennen auf bergigem Terrain, das bei hohen Temperaturen das Feld in etliche Gruppen zersplittern ließ. Erneut war Lennart Jung der beste Berliner auf Rang 12, der allerdings schon einen Rückstand von 3:38 Minuten aufwies. Jost Zankel auf Platz 23 und Fabian Dreier als 24. hatten noch größere Rückstände von 6:31 bzw. 8:27 Minuten zu verzeichnen. Der Alleingang von Niklas Märkl auf dieser schweren Strecke imponierte insofern, da er eher als starker Sprinter gilt. 

In der Einzelwertung führt nach vier Rennen Niklas Märkl überlegen mit 708 Punkten vor Nikolas Einhaus vom Landesverband Baden mit 471 und Per Christian Münstermann vom ROSE Team NRW mit 456 Punkten. Hier nimmt Lennart Jung den 10. Platz mit 336 Punkten ein, während vom Team des Landesverbandes Fabian Dreier mit 199 Punkten auf Platz 29 bester Berliner ist. In der Mannschaftswertung unter 14 Teams dominiert das Team Wipotec RLP mit 106 Punkten, während das Paul Voss Development Team Platz 8 belegt und der Landesverband Berlin auf dem 10. Platz rangiert. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass Berlins Aushängeschilder Calvin Dik und Elias Richter aufgrund anderer Startverpflichtungen bzw. Krankheit jeweils erst einmal in die Punkteränge kamen.

Am kommenden Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften im Einzelzeitfahren und Straßenrennen in Linden/Pfalz kann erneut gepunktet werden, bevor es dann erst wieder Ende August mit der Deutschen Bergmeisterschaft weitergeht.

Bernd Mülle

 

     

 

      

 

 

- Nasskaltes Wetter ließ nur 25 Fahrer korrekt ins Ziel kommen –

 

Die Vorzeichen für die Junioren-Radsportler des Landesverbandes Berlin beim Auftakt zur diesjährigen Rad-Bundesliga „Müller/Die lila Logistik“ waren nicht gerade als günstig zu bezeichnen. Die vorgesehenen Aushängeschilder Calvin Dik vom RSV Werner Otto und Elias Richter vom Marzahner RC 94 waren in Polen bei einer Rundfahrt im Einsatz und kurzfristig musste auch noch Jakob Antkowiak vom BSV AdW Berlin wegen Krankheit dem das Team betreuenden Trainer des SC Berlin, Michael Bräunig, eine Absage erteilen. So hatte er nur drei Fahrer mit Maciej-Marek Litkowski von den Zehlendorfer Eichhörnchen, Max Benz-Kuch vom Berliner TSC und Fabian Dreier vom SC Berlin bei „Rund um den Finanzplatz“ in Frankfurt am Start, die alle das Ziel erreichen mussten, um am Ende in die Tagesmannschaftswertung zu gelangen.

Dieses Vorhaben sollte bei äußerst widrigen, nasskalten Bedingungen von vornherein zum Scheitern verurteilt sein. Während Max Benz-Kuch und Maciej-Marek Litkowski das allerdings superschwere Rennen nicht beendeten, schaffte lediglich Fabian Dreier mit Platz 26 eine Platzierung herauszufahren. Allerdings lag er 13:01Minuten hinter den Spitzenreitern zurück und wurde mit einer größeren Gruppe, darunter u.a. so starke Fahrer wie Per Christian Münstermann vom ROSE Team NRW, Michel Aschenbrenner und Jakob Geßner vom STEVENS Juniorenteam Thüringen oder Juri Hollmann vom Landesverband Brandenburg,  gemeinsam auf den 26. Rang gesetzt, die man alle vor den letzten drei Zielrunden aufgrund des großen Rückstandes aus dem über 127,2 km führenden Rennen nahm.

Das zweite in Berlin lizensierte Team, das Paul Voß Development Team, konnte sich dagegen weitaus besser in Szene setzen, startete mit sechs Fahrern und brachte davon vier ins Ziel. Luca Bockelmann von der RRG Bremen landete mit 3:51 Minuten Rückstand auf Platz 13 unmittelbar vor dem zeitgleichen Lennart Jung von der Schöneberger RV Iduna. Während Joe Grabowsky vom SC Berlin wie sein Vereinskamerad Fabian Dreier auf den 26. Platz gesetzt wurde, platzierte sich Jost Zankel von der Schöneberger RV Iduna als 52. mit bereits über 20 Minuten Rückstand. Dagegen steckten seine Vereinskameraden Pepe Voß und auch Maximilian Meyer das Rennen auf. In der Tagesmannschaftswertung erreichte das Paul Voß Development Team immerhin den 7. Platz unter den insgesamt gemeldeten 14 Teams.

Sieger des ersten Rennens wurde Aaron Sommer vom Team Auto Eder Bayern, der sich im Zweiersprint gegen Pirmin Benz vom Landesverband Baden durchsetzte. Hinter dem mit 1:16 Minuten Rückstand folgenden Lukas Baldinger vom Team Wipotec RLP belegte das große Talent Rico Brückner vom Schwalbe Team Sachsen mit 2:15 Minuten Rückstand den undankbaren 4. Platz. Die drei Erstplatzierten hatten sich aus einer 20-köpfigen, vorentscheidenden Spitzengruppe etwa 20 Kilometer vor dem Ziel lösen können und das Podium unter sich ausgemacht. Die Mannschaftswertung gewann der Landesverband Baden vor dem Team Auto Eder Bayern und dem Team Wipotec RLP.

Für die Berliner Junioren gilt es bei den nächsten Rennen ihr durchaus vorhandenes Potenzial abzurufen und dabei vor allen Dingen mit Bestbesetzung am Start zu stehen, um überhaupt punkten zu können. Das nächste Rennen Ende des Monats in Karbach bei der 30. Main-Spessart-Rundfahrt dürfte darüber bereits Auskunft geben, ob man sich noch Chancen sowohl in der Einzel- als auch in der Mannschaftswertung der Rad-Bundesliga ausrechnen kann. Die noch insgesamt ausstehenden neun Rennen bieten dazu noch reichlich Gelegenheit!

Das Paul Voß Development Team hat in Frankfurt besser abgeschnitten als die Verbandsauswahl und sieht den weiteren Rennen zuversichtlich entgegen. Die vom ehemaligen Profi Paul Voß ergriffene Initiative zur Förderung von insbesondere Berliner Talenten kann eigentlich nur begrüßt werden, in der Hoffnung, dass diese dann auch im Bereich der U 23 in Berlin Fuß fassen können. Der Aderlaß hier wie zuletzt durch Abgänge von Moritz Malcharek, Malte Jürß, Poul Rudolph, Tarik Haupt, Erik Schubert, Pepe Kunert, Josh Falk Mechsner, Nick Köhler, Justin Rudolph und Nicolas Brandt, die alle Berlin verlassen haben, kann für die Zukunft des Berliner Radsports nicht der Weisheit letzter Schluß sein. Insofern ist auch das Beispiel der Renngemeinschaft Eichhörnchen zu begrüßen, die mit Robert Bolle, Johann Kammholz, Jeremy Lendowski, Maximilian Möbis, Christopher Schulz und Sirak Fissuh  jungen Berliner Talenten eine Chance gegeben hat.

Allein auch die Tatsache, dass beim Bundesligaauftakt in Frankfurt/Main zwei Fahrer des SC Berlin in unterschiedlichen Teams an den Start gingen, sollte zu denken geben. Für die Zukunft sollte deshalb von allen Seiten eine bessere Kommunikation gepflegt werden, um die vorhandenen Potenziale komprimiert zu nutzen.

Bernd Mülle

 

      

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