-Gesamtsiege für Axel Roks und Jaka Spoljar am Schlusstag nicht mehr gefährdet-

Bei herrlichem mit zum Teil starken Wind begleiteten Sommerwetter fand die Schlussetappe beim „Rund in Marzahn-Hellersdorf“ auf der Landsberger Chaussee statt, die noch einmal äußerst spannenden Sport bot und vor allem in der Altersklasse U 15 von vielen Ausfällen geprägt wurde. Während bei der U 13 sechs Sportler das Rennen nicht beendeten, waren es bei der U 15 insbesondere sturzbedingt nicht weniger als 52 Teilnehmer, die am Ende die Segel streichen mussten. Ganz besonders schlimm erwischte es Sarah Kastenhuber vom Girlsteam Oberbayern, die sich den Kiefer ausgerenkt hatte und fürchterliche Schmerzen durchleiden musste. Wünschen wir der sympathischen Sportlerin, Tochter des ehemaligen Profis Alexander Kastenhuber, auf diesem Wege gute Besserung, ebenso wie allen anderen Akteuren, die mit mehr oder weniger geringeren Verletzungen das Rennen beendeten oder ebenfalls  ausscheiden mussten.

Doch zunächst zum Rennen der U 13, das über acht Runden zu je 2,93 km ausgetragen wurde und abermals vom dominierenden Niederländer Axel Roks gewonnen wurde, der hier schon beachtliches Können nachweisen konnte. Im Massensprint von rund 60 Fahrern schlug er seinen Landsmann Thom van der Werff und den Slowenen Anze Ravbar vom Team KK Adria Mobil und behauptete unangefochten seine Spitzenposition in der Gesamtwertung. Als Sieger der 25. Jubiläumsaustragung der Internationalen Kids Tour hatte er am Ende 48 Sekunden Vorsprung vor dem besten Mädchen Tilla Geisler aus Brandenburg und genau eine Minute vor dem Drittplatzierten Linus Fahrendorff von Tuspo Weende-Göttingen. Bester Berliner auf der letzten Etappe war erneut Philipp Selbmann auf Platz 38, der dort zeitgleich mit dem Sieger ins Ziel kam. In der Gesamtwertung der 102 platzierten Fahrer reichte es aber für ihn auch nur zum 75. Platz mit über sechs Minuten Rückstand. Sieger in der Wertung des besten Sprinters und damit Gewinner des grünen Trikots wurde der Lette Arturs Nummurs, während Tilla Geisler das pinke und der Österreicher Nicolas Eder das weiße Trikot für den besten Sportler des jüngeren Jahrgangs mit nach Hause nahmen. Das Team Niederlande errang auch den Sieg in der Mannschaftswertung, wo Estland und der Landesverband Brandenburg mit seiner ersten Mannschaft auf die Plätze verwiesen wurden.

Wesentlich turbulenter verlief das Rennen der U 15 über 43,95 km, die insgesamt 15 Runden unterwegs waren. „Es wird heute nicht leicht werden, um sich noch zu verbessern“, gestand Berlins Bester Henning Sage vor dem Start, der nach seinem Wechsel  zum Marzahner RC 94 beachtliche Fortschritte gemacht hat. Dagegen zeigte sich sein Teamkamerad Robin Ruhe nur relativ zufrieden vor dem Start zur Schlussetappe. „Leider habe ich das Zeitfahren in den Sand gesetzt, aber auf dem gestrigen 8. Platz in Willmersdorf will ich heute gerne aufbauen“, sagte der junge Marzahner, doch mit Sturzverletzungen in Form von Prellungen und Schürfwunden konnte er das Rennen zwar beenden, aber der 75. Platz mit über zwei Minuten Rückstand ließ ihn am Ende auf Platz 56 der Gesamtwertung zurückfallen. Noch schlimmer erging es Henning Sage, der das Ziel nicht erreichte und ebenfalls sturzbedingt mit Prellungen am Arm zur Aufgabe gezwungen war.

Es war ein sturzreiches Rennen, in dem das Feld schon neun Runden vor Schluss arg zersplittert war und sich eine größere Führungsgruppe abgesetzt hatte. Zwischenzeitlich zurückgefallen war auch der Belgier Noah Detalle, bislang Gesamtzweiter, der aber mit einer Bravourleistung im Alleingang wieder den Anschluss an die Spitze schaffte, ohne aber im Endkampf der 34 führenden Fahrer eingreifen zu können. Mit Platz 31 unmittelbar vor dem einzigen Berliner in der Spitzengruppe Tim Schulz vom SC Berlin konnte er sich aber dennoch den zweiten Platz hinter dem Gesamtsieger Jaka Spoljar von KK Adria Mobil sichern und dessen Teamkameraden Nino Polovic auf Rang drei verweisen. Darüber hinaus gewann der schnelle Belgier auch die Gesamtsprintwertung um das grüne Trikot und unterstrich einmal mehr die Klasse belgischer Rennfahrer. Tagessieger dieser mehr als hektischen Etappe wurde der Franzose Baptiste Trentsaux vom Cannibal Team vor seinen Teamkameraden Toms Ustups aus Lettland und Frank Aron Ragilo aus Estland, der mit aufgeschlagener Lippe und abgebrochenen Zahn sich nicht recht über seine Platzierung freuen konnte.

In der Gesamtwertung bester Berliner wurde schließlich das große Talent Tim Schulz, der den 22. Platz unter den 86 Sportlern belegte, die das Rennen beendeten. Sein Rückstand von 2:11 Minuten war mehr als akzeptabel und läßt für die Zukunft einiges erhoffen. In der Mannschaftswertung, in der nur noch 16 Teams sich platzierten, siegte das Team KK Adria Mobil vor dem Cannibal Team und dem SSV Gera und das Berliner Team unter dem Patronat der AOK landete auf Platz 11. Nur noch sieben Mädchen erreichten am Ende das Ziel und dabei holte sich Anna-Helene Zdun vom Landesverband Sachsen-Anhalt überlegen das pinke Trikot, da ihre schärfste Widersacherin Thalea Mäder vom Team Weiße Taube Breitenworbis das Rennen aufgeben musste. Das weiße Trikot für den Sportler des jüngeren Jahrgangs ging an Toms Ustups vor Frank Aron Ragilo und Nicolas Zippan von der ersten Mannschaft des Landesverbandes Brandenburg.

Die Jubiläumstour hat wieder einmal bewiesen, wie wichtig ein derartiges Event für den Radsportnachwuchs ist. Die international ganz hervorragend besetzte Rundfahrt, bei der nur die in Berlin sonst stets im Vorderfeld mitfahrenden Dänen in diesem Jahr wegen ihrer gleichzeitig stattfindenden Landesmeisterschaften fehlten, ist nach wie vor einmalig in Europa, was die von weit her angereisten Teams erneut unterstrichen. Auch das Engagement eines John Degenkolb, der hier sich seine ersten Sporen verdient hat, deutet darauf hin. Aus einer Versteigerung von seinen Trikots etc. über Ebay wurden 795,-- Euro erlöst, die er auf 1.000,-- Euro aufgerundet hat und der Kids Tour zur Verfügung stellen wird. Chapeau!

Bernd Mülle

 

Foto: T. Hildebrandt 

 

 

 

 

-Führungswechsel bei der Kids Tour in der Altersklasse U 15-

Wenn der Berliner Radsport Verband e.V. (BRV) nicht auf Lehnitz bei Oranienburg zurückgreifen könnte, wären die Zeitfahren dieser so schönen Tour für die Jüngsten im Radsport einfach nicht mehr zu stemmen. Die Auflagen für eine Streckenabsicherung gehen immer mehr ins Uferlose und sind fast nicht mehr zu erfüllen und die Baustellen werden in Berlin und Umgebung auch nicht weniger. Wenn alle Beteiligten mehr Verständnis füreinander aufbringen würden, wäre vieles machbar, aber heute schaut fast keiner mehr über seinen eigenen Tellerrand hinaus und das liebe Geld fehlt offensichtlich an allen Ecken und Enden bzw. wird nur da eingesetzt, wo man sich entsprechenden Profit ausrechnet. Die vielen Ehrenamtlichen können da eigentlich nur noch resignieren, obwohl ihnen der Radsport nach wie vor sehr am Herzen liegt. Die gestrigen Aussagen vieler Beteiligter, die von weit her angereist sind und die Internationale Kids Tour als einmaliges Event in Europa ansehen, bestärken die Organisatoren einer solchen Rundfahrt zwar in ihrem Engagement, doch die Gesamtsituation stellt sich nach wie vor als schwierig dar.

Zweimal Lehnitz, dafür kein Kurfürstendamm, ist eine Tatsache, die sich momentan kaum ändern lässt. Wir hatten schon Mannschaftszeitfahren auf dem Prachtboulevard Berlins, auch bei der in diesem Jahr erstmals ausgefallenen Tour de Berlin, aber der Radsport verfügt in Berlin über keine Lobby und das ist einfach nur bedauerlich, wenn man bedenkt, dass die Kids Tour einmal ausschließlich in Berlin stattgefunden hat. Aber sehen wir es positiv: durch die Unterstützung des Umlandes konnte diese für den Nachwuchs so wichtige Rundfahrt am Leben erhalten werden und dafür ist der BRV allen engagierten Mitstreitern dankbar.

In den beiden Mannschaftszeitfahren über jeweils 12,1 km zeigte der Nachwuchs am zweiten Tag der Kids Tour erneut ganz hervorragende Leistungen, insbesondere die starken Ausländer aus den Niederlanden und Slowenien unterstrichen einmal mehr ihre Stärken. Bei der U 13 triumphierte das Team Niederlande, das die Strecke in 18:16  Minuten zurücklegte und mit 10 Sekunden vor den vier Mädchen aus Estland und 12 Sekunden vor dem Team Belo Cycling Project aus Lettland gewann. Bestes deutsches Team war die erste Mannschaft aus Brandenburg auf Platz vier mit dem derzeit besten Mädchen Tilla Geisler, während die beiden Berliner Teams mit nur jeweils drei Fahrern erneut nur die Plätze 27 und 28 belegten. Das Spitzenreitertrikot  behielt somit der Niederländer Axel Roks vor Tilla Geisler, während der Österreicher Nicolas Eder das weiße Trikot des besten Fahrers des jüngeren Jahrgangs überstreifen durfte. „Seit 2012 bin ich aktiv und derzeit läuft es gut bei mir. Vor allem macht es Spaß und ich strebe durchaus eine längere Radsportkarriere an“, sagte Tilla Geisler, die sich den Gesamtsieg der Kids Tour bei den Mädchen nicht nehmen lassen sollte.

Eine Klasse für sich bei der U 15 war das Team von KK Adria Mobil aus Slowenien, das mit 16:39 Minuten die absolute Bestzeit erzielte. In die Phalanx der Ausländer – Platz drei ging an das Team Österreich vor dem Cannibal Team aus Litauen – brach das Team aus  Rheinland-Pfalz ein, das mit nur 10 Sekunden Rückstand auf den zweiten Rang einkam.

Glänzend hielt sich auch das unter dem Patronat der AOK fahrende Team des Landesverbandes Berlin mit Henning Sage, Robin Ruhe, Tim Schulz und Bruno Essinger, das hervorragend harmonierte und mit nur 29 Sekunden Rückstand einen ausgezeichneten 7. Platz belegte. Dadurch übernahmen zwei Fahrer aus Slowenien, Jaka Spolnar und Nino Polovic, die Führung in der Gesamtwertung vor dem Vortagessieger Noah Detalle aus Belgien, der mit seinem Team nur auf Platz 8 einkam und dabei 39 Sekunden verlor. Einen tollen 16. Platz in der Gesamtwertung belegt nach beiden Zeitfahren der beste Berliner Henning Sage, der mit seinem Team in der Mannschaftswertung auf Platz 11 rangiert. Bestes Mädchen ist Anna-Helene Zdun, die mit 42 Sekunden Vorsprung vor Thalea Mäder für die noch folgenden Straßenrennen eine hervorragende Ausgangsposition besitzt. Die Führung bei den Sportlern des jüngeren Jahrgangs haben die zwei Fahrer des Cannibal Teams, Frank Aron Ragilo und Toms Ustups inne.

Am Nachmittag des zweiten Tages standen die Straßenrennen im Gewerbegebiet Willmersdorf in der Nähe von Werneuchen auf dem Programm und hier konnte man in beiden Altersklassen am Ende einen Massenspurt erwarten, der dann auch Realität wurde. Zunächst fuhr die U 13 auf der Strecke Willmersdorf-Schönfeld-Weesow-Willmersdorf zwei Runden über jeweils 10,4 km mit zwei Sprintwertungen bei Kilometer 4,7 und bei der ersten Zieldurchfahrt, die vom Letten Arturs Nummurs vom Belo Cycling Project und vom Niederländer Thom van der Werff gewonnen wurden. Den Sieg aber errang erneut Axel Roks

aus den Niederlanden, als er im Massenspurt den Slowenen Anze Ravbar von KK Adria Mobil und seinen Landsmann Christiaan van Rees niederringen konnte. Einen Achtungserfolg verbuchte der Berliner Philipp Selbmann vom Marzahner RC 94, der zeitgleich mit dem Sieger auf Platz 34 ins Ziel kam. Für die Schlussetappe am Sonntag sah es für Axel Roks gut aus, der mit 35 Sekunden Vorsprung vor dem besten Mädchen Tilla Geisler vom Team Brandenburg und 47 Sekunden vor dem Drittplatzierten Linus Fahrendorff von Tuspo Weende-Göttingen ins Rennen ging und auch mit seinem Team Niederlande die Führung in der Mannschaftswertung inne hatte. Das weiße Trikot für den besten Fahrer des jüngeren Jahrgangs blieb bei dem Österreicher Nicolas Eder, der ebenfalls gute Chancen hat, dieses Trikot auf der letzten Etappe zu verteidigen.

Für die Klasse der U 15 ging es über 41,6 km und somit waren auf gleicher Strecke vier Runden zu absolvieren. Auch hier wurde das Rennen im Massensprint entschieden, den der Lette Toms Ustups vom Cannibal Team vor Daniel Schrag vom Team BMC  Mittelfranken und Philip Straßer vom Landesverband Rheinland-Pfalz gewann und es einen hervorragenden 8. Platz für Robin Ruhe vom Marzahner RC 94 gab, während der Slowene Jaka Spoljar mit Platz

12 seine Führung in der Gesamtwertung behaupten konnte. Durch die nach jeder Runde ausgetragenen drei Zwischensprints, die zweimal der Belgier Noah Detalle von LOTTO-VC Ardennes und einmal Daniel Schrag gewannen, erzielte der Belgier Zeitgutschriften, durch die er auf den zweiten Platz der Gesamtwertung vor Nino Polovic von KK Adria Mobil vorrückte. Weiterhin auf Rang 16 war Henning Sage bester Berliner, während sein Teamkamerad Robin Ruhe auf Rang 30 ebenfalls eine gute Figur abgab und das Team auf Platz 10 der Gesamtmannschaftswertung, die von dem slowenischen Team KK Adria Mobil angeführt wird, unter noch  35 Mannschaften bislang eine sehr beachtliche Vorstellung zeigte. Unverändert blieben auch die Positionen bei den Mädchen und den jüngeren Sportlern, wo Anna-Helene Zdun und Frank Aron Ragilo weiterhin das pinke bzw. weisse  Trikot tragen.

Das Finale am Sonntag an der Landsberger Chaussee dürfte noch einmal hervorragenden Sport der Youngster bieten, die wie seit Jahren üblich mit großem Kampfgeist und Enthusiasmus dabei sind.

 

Bernd Mülle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

-Die 25. Jubiläumstour beginnt mit Siegen für die Niederlande und Belgien-

„Same Procedure as every year“, so begann die Internationale Kids Tour für die Klassen U 13 und U 15 wieder mit jeweils einem Einzelzeitfahren über 10 bzw. 12 km im brandenburgischen Lehnitz bei Oranienburg, wo der Berliner Radsport Verband e.V. (BRV) nun schon seit einigen Jahren Gastfreundschaft genießt. Pünktlich um 14 Uhr ging als erster der Niederländer Christiaan van Rees an den Start, nachdem es für einige Teams vorher recht eng zu werden schien, da Verkehrsbeeinträchtigungen die rechtzeitige Anfahrt nach Oranienburg zum Pokerspiel werden ließen. Ein Verkehrsunfall in einer Baustelle in Richtung Berlin ließ auch den Vorsitzenden der Jury Klaus Tast aus Langenhagen fast verzweifeln, doch alle konnten nach 2 ½ Stunden im Stau noch gerade rechtzeitig zum Start gelangen.

Es ist schon fast wie bei einem großen Familienfest, in- und ausländische Sportler mit Betreuern und Angehörigen vermitteln wie jedes Jahr eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht. „Es ist einfach toll hier bei dieser Tour, die europaweit einmalig ist und die jungen Akteure zum einzigen internationalen Wettstreit zusammenkommen lässt“, diese Worte hörte man nicht nur einmal an diesem ersten Wettkampftag sowohl von den Akteuren und ihren zahlreichen Angehörigen, aber auch besonders von so erfahrenen Sportlichen Leitern wie Sandi  Papez aus Slowenien oder Raivis Belohvosciks aus Lettland, die hier mit den Youngstern am Start sind.

Gerade diese ehemaligen Profis verfügen in ihren Reihen über starke Fahrer in beiden Altersklassen, die am Ende sicher ein mitentscheidende Rolle spielen werden. Bei der U 13 zum Beispiel der Lette Arturs Nummurs, der sehr früh eine Bestzeit vorlegte und damit am Ende den guten 6. Platz belegte. Seine Zeit von 16:03,28  Minuten wurde später von fünf Fahrern unterboten, die alle unter 16 Minuten blieben, darunter mit Tilla Geisler vom Landesverband Brandenburg 1 (2.) und der Estin Elisabeth Ebras (5.) auch zwei Mädchen. Die Siegerzeit von Axel Roks vom Team Niederlande betrug 15:19,19 Minuten und dabei erreichte der junge Mann ein Stundenmittel von 39,165 km/h. Der dritte Platz ging an Linus Fahrendorff von Tuspo Weende-Göttingen vor dem Österreicher Nicolas Eder aus dem Team BMC Mittelfranken.

Für die einheimischen Fahrer aus Berlin gab es in dieser Altersklasse nichts zu holen, zumal die beiden Teams mit nur drei statt vier Fahrern an den Start gingen, nachdem Luis Engelhardt vom Radteam Cöpenick verletzungsbedingt ausgefallen war und sich Janike Maira Lode vom SC Berlin noch im Urlaub befand. Bester war schließlich Toni Holst vom SC Berlin auf Platz 76 unter den 111 Platzierten, so dass für beide Berliner Teams nur die beiden letzten Plätze in der vom Team  Estland gewonnenen Mannschaftswertung übrig blieben. Das pinke Trikot für das beste Mädchen durfte sich Tilla Geisler überstreifen, während Nicolas Eder das weiße Trikot für den besten Sportler des jüngeren Jahrgangs auf der morgigen 2. Etappe tragen wird.

In der Klasse U 15 gab es einige potentielle Siegkandidaten, von denen man aufgrund ihrer Vorjahresergebnisse bei dieser Tour hervorragende Leistungen erwarten durfte. Die guten Wetterbedingungen ließen gute Zeiten erwarten und so gab es am Ende auch zwei Fahrer, die die magische Grenze von 17 Minuten unterbieten konnten. Zunächst war es jedoch der starke Jaka Spoljar aus dem Team KK Adria Mobil, der mit 17:06,17 Minuten sehr früh eine glänzende Zeit realisierte, die lange nicht unterboten werden konnte. Hervorragend fuhren auch die beiden im Vorjahr noch bei der U 13 bestplatzierten Fahrer Toms Ustups und Frank Aron Ragilo vom Cannibal Team, die schließlich auf den Plätzen 7 und 6 landeten. Der Sieg ging an den drittletzten Starter Noah Detalle von LOTTO-VC Ardennes aus Belgien, der die zwischenzeitlich von Moritz Kärsten vom Landesverband Sachsen-Anhalt erzielte neue Bestzeit von 16:48,64 Minuten nochmals um vier Sekunden toppen konnte und damit vom obersten Podestplatz nicht mehr zu verdrängen war.

Die zwei hochgehandelten Siegfahrer aus Deutschland, Max-David Briese und Benet Metz von der Renngemeinschaft Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern, die in dieser Saison schon insgesamt 22 Siege herausgefahren haben, hatten mit dem Ausgang dieses Rennens nichts zu tun und landeten auf den Plätzen 33 und 36 und damit noch hinter dem besten Berliner Henning Sage vom Marzahner RC 94, der einen guten 28. Platz errang. Auch sein Vereinskamerad Robin Ruhe enttäuschte auf Platz 49 keinesfalls, so dass sie gemeinsam mit Tim Schulz vom SC Berlin, der den 59. Platz belegte, und Bruno Essinger, ebenfalls vom SC Berlin, in der Mannschaftswertung unter dem Patronat der AOK immerhin auf Platz 14 unter 37 Teams einkamen. Das Mädchenteam ausschließlich mit den Fahrerinnen des  SC Berlin Paula Leonhardt, Fabienne Jährig, Sandra Hainzl und Elena Jährig errang Platz 32, noch vor dem zweiten Team des Berliner Landesverbandes mit Erik Leonhardt und Enno Paul Rohde vom SC Berlin sowie Paul Quabs und Robby Pohl vom Marzahner RC 94, das den 34. Rang belegte. Die Führung hat das bärenstarke Team von KK Adria Mobil inne, das sich mit dem Cannibal Team auf Platz zwei beim morgigen Mannschaftszeitfahren ein mit Sicherheit spannendes Duell liefern wird.

Anna-Helene Zdun vom Landesverband Sachsen-Anhalt trägt als bestes Mädchen das pinke Trikot und hat dabei mit Thalea Mäder von Weiße Taube Breitenworbis auf Platz zwei eine starke Konkurrentin. Hier liegt Paula Leonhardt auf Rang 8 gut platziert, während ihr Bruder Erik bei den Sportlern des jüngeren Jahrgangs, der von Frank Aron Ragilo angeführt wird, auf dem 18. Platz liegt.

Am Samstag steht am Vormittag das Mannschaftszeitfahren auf dem Programm, während am Nachmittag die Straßenrennen im Gewerbegebiet Willmersdorf ausgetragen werden. Hier dürfte dann auch mit Max-David Briese und Benet Metz zu rechnen sein, die beim Zeitfahren im Vorfeld nicht so optimistisch waren. „Ein Platz unter die ersten 20 wäre schön“, sagte der sympathische Max-David Briese, dessen Wunsch sich aber nicht erfüllte. „Das Zeitfahren ist nicht gerade meine Stärke, ich fahre lieber auf Endspurt“, gab dagegen Benet Metz zu Protokoll, wohlwissend, dass er dazu noch Gelegenheit bekommen wird.

Bernd Mülle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

- Fahrer aus 15 Nationen am Start –

Immer wieder größter Beliebtheit erfreut sich die Internationale kids tour, die 1993 in Berlin aus der Taufe gehoben wurde und nunmehr bereits zum 25. Mal in der Zeit vom 25. bis zum 27. August 2017 vom Berliner Radsport Verband e.V. (BRV) veranstaltet wird. Erneut gehen große Starterfelder ins Rennen, wobei bei der Klasse U 13 in 29 Mannschaften 116 Fahrer und in der Klasse U 15 in 37 Mannschaften sogar 148 Fahrer am Start stehen werden. Neben vielen deutschen Teams aus fast allen Landesverbänden werden aus dem Ausland Fahrer aus Slowenien, Estland, Schweden, Österreich, Belgien, Dänemark, Niederlande, Lettland, Luxemburg, Bulgarien, Frankreich, Polen, Ungarn und Litauen dabei sein, die dieses Event in diesen Altersklassen zu einem europaweit erneut einmaligen Erlebnis werden lassen.

Aus der Starterliste der Klasse U 13 werden mit Sicherheit wieder einige ausländische Talente in den Blickpunkt geraten, die bislang hierzulande noch nicht bekannt sind. Allein die Tatsache, dass mit Sandi Papez als Sportlicher Leiter des slowenischen Teams KK Adria Mobil und mit Raivis Belohvosciks als Sportlicher Leiter des Teams Belo Cycling Project aus Lettland zwei ehemalige Profis tätig sind, läßt vermuten, dass hier das eine oder andere Talent – analog den Jahren zuvor – mit Siegchancen dabei ist. Im Team Rheinland-Pfalz ist mit Jannis Rapp ein Fahrer dabei, der in diesem Jahr schon 12 Siege herausgefahren hat und auch Richard Leu, Tilla Geisler und Eric Domann vom Landesverband Brandenburg haben sich in diesem Jahr schon mehrfach in die Siegerlisten eintragen können.

Die Starterliste der U 15 ziert ein Name, der im Vorjahr die kids tour mit einem Sieg bei der U 13 abschloss: Toms Ustups aus Lettland vom Cannibal Team war der überragende junge Fahrer, der seinen Gegnern keine Siegchance ließ. Auch der Zweitplatzierte des Vorjahres Frank Ragilo aus Estland steht in diesem Jahr wieder gemeinsam mit Toms Ustups in einer Mannschaft, die mit Sicherheit eine führende Rolle übernehmen dürfte. Die jeweilige Stärke der weiteren ausländischen Mannschaften ist zwar schwer einzuschätzen, jedoch sollte zum Beispiel der Slowene Jaka Spoljar, im letzten Jahr Siebenter in der Altersklasse U 15, erneut eine führende Rolle spielen können. Stark einzuschätzen dürfte auch der Landesverband Thüringen sein, der sieggewohnte Fahrer wie Corneel Mäder und Oliver Schneider in seinen Reihen hat. Der Landesverband Brandenburg mit Malte Maschke, Nicolas Zippan oder auch Paul Wirbeleit ist ebenso wenig zu unterschätzen wie Max-David Briese und Benet Metz von der Renngemeinschaft Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern, die zusammen in diesem Jahr schon 22 Siege verbuchen konnten.

Inwieweit die Berliner Fahrer um Henning Sage, Robin Ruhe oder Tim Schulz ein Wörtchen mitsprechen können, ist schwer abzuschätzen, jedoch geben ihre diesjährigen Leistungen durchaus zur Hoffnung Anlaß. Eine gute Rolle sollten auch die Teams aus Nordrhein-Westfalen und vor allem Rheinland-Pfalz spielen, die mit dem 13-fachen Saisonsieger Enzo Decker, Connor Lapot, Max Märkl und Philip Straßer ein bombenstarkes Team an den Start bringen.

Wie wichtig diese Tour für den Radsport ist, zeigen die Siegerlisten aus vergangenen Jahren auf. So stehen dort klangvolle Namen wie der Italiener Oscar Gatto oder die Deutschen Lucas Liss und Maximilian Schachmann, aber vor allem John Degenkolb mit seinen Siegen in den Jahren 2001 (U 13) und 2003 (U 15) nimmt dabei noch eine besondere Rolle ein. In den vergangenen Jahren hat er die kids tour schon finanziell unterstützt und nun ist es ihm zum Jubiläum eine besondere Ehre, nochmals ein Zeichen zu setzen. Aufgrund seiner emotionalen Verbundenheit zur kids tour (O-Ton John Degenkolb) bietet er über Ebay eines seiner eigentlich unverkäuflichen weißen Tour-Trikots seines Teams Trek-Segafredo zur Versteigerung an, wobei es sich um einen kompletten Satz mit einem Kurzarm-Trikot, ein Langarm-Trikot, eine Bib-Short, Socken und aus Sicherheitsgründen den passenden Helm handelt, alle Teile in Größe M und natürlich ungetragen. Als weitere Zugabe legt John Degenkolb, der gerade bei der Vuelta in Spanien unterwegs ist, seine Original-Startnummer 33 der diesjährigen Tour de France bei. Er hofft auf eine möglichst große Summe aus der Versteigerung, die er dann der Internationalen kids tour, die für ihn ein wirklich einmaliges Kinderrennen ist, zur Verfügung stellen will.

Die Tour beginnt am Freitag, 25. August 2017, um 14.00 Uhr mit den Einzelzeitfahren im Ortsteil Lehnitz/Oranienburg am Mühlenbecker Weg 9 und wird am Samstag um 10.00 Uhr an gleicher Stelle mit einem Mannschaftszeitfahren fortgesetzt. Am Nachmittag um 15.00 Uhr folgt die 3. Etappe mit den Straßenrennen Rund um Willmersdorf-Schönfeld-Weesow-Willmersdorf mit Start und Ziel im Gewerbegebiet Willmersdorf 2 (Werneuchen) und den Abschluß bildet dann der Sonntag ab 10.00 Uhr mit den Rundstreckenrennen in Marzahn-Hellersdorf mit Start und Ziel Landsberger Chaussee Ecke Teupitzer Straße, so dass die Klassen U 13 dann 66,9 km und U 15 insgesamt 105,3 km zurückgelegt haben werden. Am Sonntag finden im Rahmenprogramm noch ein kids-Jedermann-Rennen und ein Laufrad-Wettbewerb für die Kleinsten statt.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Rundfahrt auch in den nächsten Jahren durchgeführt werden kann. Die Auflagen werden von Jahr zu Jahr schwieriger, die Baustellen in Berlin immer mehr, so dass man den Eindruck gewinnen kann, dass für den Radsport in der Hauptstadt kein Platz mehr ist. Der sogenannten Sportstadt steht es nicht gut zu Gesicht, wenn die jahrelang auf dem Kurfürstendamm endende kids tour dort nicht mehr stattfinden kann. Gerade für das diesjährige Jubiläum hätte der Kurfürstendamm am Schlusstag ein Muß sein sollen, aber andere Events sind offensichtlich finanziell lukrativer. Der ehemals westliche Teil Berlins, der diese Rundfahrt erst ins Leben gerufen hat, spielt nun keine Rolle mehr, was aus Sicht der  einstigen Initiatoren mehr als bedauerlich ist.

Dennoch ein großes Dankeschön an Oranienburg, Werneuchen und Marzahn-Hellersdorf, die mit ihrem Engagement dieses Jahr das einzigartige  Radsportereignis aufrechterhalten und uns auch in Zukunft hoffentlich tatkräftig unterstützen werden.

Bernd Mülle

 

 

 

 

     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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