Silbermedaille für Elias Richter bei DM Omnium
- Berlin verfügt auch über guten Nachwuchs auf der Bahn –
Am vergangenen Wochenende fanden die Deutschen Omniummeisterschaften auf der Albert-Richter-Bahn in Köln-Müngersdorf statt, wo sie nun schon zum fünften Mal hintereinander ausgetragen wurden. Aus Berlin waren Sascha Telschow und Raul-Odin Voigt vom Marzahner RC 94 bei den Schülern U 15 am Start, während in der Jugendklasse U 17 ihr Vereinskamerad Elias Richter sowie Calvin Dik vom RSV Werner Otto und Maurice Ballerstedt vom SC Berlin die Berliner Farben vertraten. Leider war Berlin weder bei der weiblichen Jugend noch bei den Schülerinnen U 15 vertreten, da hier keine geeigneten Kandidatinnen zur Verfügung standen.
Für Sascha Telschow und Raul-Odin Voigt, die hier völliges Neuland betraten, ging es erst einmal darum, Erfahrungen in einem solchen Wettbewerb mit sechs Einzeldisziplinen zu sammeln. Entsprechend aufgeregt gingen sie an den Start und schlugen sich dabei aber prächtig gegen die starke Konkurrenz, insbesondere beim Ausscheidungsfahren, als der äußerst pfiffig auftretende Raul-Odin Voigt einen tollen dritten Platz herausfuhr und auch Sascha Telschow auf dem 8. Platz unter 24 Startern ein beachtliches Ergebnis erzielte.
Für einen solch langen, über zwei Tage dauernden Wettbewerb bei hochsommerlichen Temperaturen fehlte den beiden Berlinern am Ende ein wenig die Kraft, aber dennoch war durch gute Zeiten eine deutliche Leistungssteigerung bei den beiden Marzahnern sichtbar. Deutscher Meister wurde Laurin Drescher vom ESV Lok Zwickau mit 128 Punkten, der drei der sechs Einzeldisziplinen gewann und Roman Duckert vom Frankfurter RC 90 mit 121 Punkten sowie Plinius Naldi vom RSV Ellmendingen mit 110 Punkten auf die weiteren Plätze verwies. Die von Raul-Odin Voigt und Sascha Telschow erreichten Plätze 14 und 16 mit 65 bzw. 45 Punkten ließen sich im abschließenden Punktefahren leider nicht mehr verbessern, da beide in den acht Wertungsspurts mangels Kraft leer ausgingen.
Bei der Jugend sorgte Elias Richter für ein tolles Ergebnis mit einem ausgezeichneten zweiten Platz hinter Nils Weispfennig vom RSV Edelweiß Oberhausen und vor dem Drittplatzierten Dominik Olomek vom RSV Venusberg. Dabei bestach vor allem seine phantastische Zeit von 2:20,15 Minuten in der Einerverfolgung, die er vor Max Gehrmann von der RSC Turbine Erfurt gewann. Während Elias Richter im Ausscheidungsfahren, 500 m Zeitfahren und dem Rundenrekordfahren jeweils den 7. Platz belegte, platzierte er sich als Fünfter im Scratchrennen. Diese gute Ausgangsbasis sorgte schließlich für die Silbermedaille, obwohl er im abschließenden Punktefahren, das er mit drei Punkten für den zweiten Platz im ersten Wertungsspurt gut begann, nur insgesamt vier Punkte erreichte und gegen Nils Weispfennig mit insgesamt 102 gegenüber 128 Punkten letztlich chancenlos war. Aber auch Dominik Olomek wurde mit 93 Punkten von Elias Richter relativ klar in Schach gehalten.
Pech hatte dieses Mal Calvin Dik, der aufgrund seiner in den letzten Wochen und Monaten gezeigten Leistungen durchaus zum Favoritenkreis zu zählen war. Gleich der erste Wettbewerb, das Scratchrennen wurde für ihn zum Desaster, als er aus der Pedale geriet und den Rhythmus verlor. Anhalten wie bei einem Defekt und in der nächsten Runde mitfahren, wäre die Alternative gewesen, aber der Berliner war zu sehr auf sein Mißgeschick focussiert, so dass er erheblich an Boden verlor, den er letztlich nicht mehr gutmachen konnte. Unter den 23 Startern bedeutete das für ihn nur den letzten Platz, eine Ausgangsbasis, die ihm die Chance auf einen Podiumsplatz raubte. Absolut niedergeschmettert ging er die zweite Disziplin, die Einerverfolgung, an und erreichte auch dort bei weitem nicht sein sonstiges Leistungsniveau. Der erste Tag war abgehakt, als er auch im Ausscheidungsfahren sehr früh die Waffen strecken musste und aussichtslos zurücklag.
Am zweiten Tag fuhr er zunächst ein gutes 500 m Zeitfahren, um dann als Zweiter im Rundenrekordfahren zu glänzen. Im abschließenden Punktefahren, wo Calvin Dik die letzten beiden Wertungen in überzeugender Manier gewann aber keinen möglichen Rundengewinn mehr vollziehen konnte, boten die Berliner eine tolle Teamleistung, um den zweiten Platz von Elias Richter abzusichern. Dabei zeigte sich auch Maurice Ballerstedt, für den diese Meisterschaft auch eine neue Erfahrung bedeutete, von seiner besten Seite, als er beim Punktefahren ein Loch, das Nils Weispfennig & Co. für einen Rundengewinn aufgerissen hatten, an der Spitze des Feldes zufuhr und damit Elias Richter die Medaille rettete.
Für Calvin Dik blieb am Ende der 11. Platz übrig, während der junge Maurice Ballerstedt mit dem 20. Platz vorliebnehmen musste, aber dennoch mit persönlichen Bestzeiten und vor allem großartigem Einsatz zu Gunsten seines Teamkameraden zu gefallen wusste.
Bernd Mülle